10.09.2021 Pater Hans-Georg Löffler

Aktivisten

<< Zurück | Jetzt | Weiter >> Der Kommentar der Woche

Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Pater Hans-Georg Löffler

Also, ich bin ehrlich: Ich tue mich schwer mit manchen Aktionen von „Aktivisten“. Gerade jetzt wird mir das wieder bewusst, wo ich, aus der sicheren Entfernung meines Ferienaufenthaltes, von Aktionen in Bezug zur IAA in München lese: Menschen seilen sich aus Protest von Autobahnbrücken ab, riskieren nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das anderer! Und selbst wenn sie das Leben anderer „nur“ beeinträchtigen, weil Autobahnabschnitte gesperrt werden müssen – ich tue mich damit schwer.

Es gibt Aktivisten immer wieder auch auf unterschiedlichen Ebenen: Klimaaktivisten, Umweltschutzaktivisten, Menschenrechtsaktivisten … es haben sich auch schon Ordensleute aus Protest vor Banken angekettet.

Ich tue mich schwer mit solchen Aktionen, weil es mir nicht entspricht. Aber ich habe dazugelernt: In einer Radiosendung hörte ich, dass Aktivisten provozieren wollen, weil sie auf den Ernst einer Situation aufmerksam machen wollen und befürchten, sonst mit ihrem Anliegen nicht wahrgenommen oder nicht ernst genommen zu werden. OK, habe ich gedacht, das ist ein Argument.

Die Vorgehensweise ist nicht die meine, aber, dass gelegentlich etwas deutlicher gemacht werden muss, damit sich vielleicht etwas bewegt, das verstehe ich. Denn ich wünsche mir natürlich, dass in den vielen Problemfeldern unserer Gesellschaft, und auch der Kirche, immer wieder Brücken aufeinander zu und miteinander gefunden und begangen werden.


Der Blick zurück, der Blick nach vorne, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de.


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