28.01.2022 Pater Hans-Georg Löffler

Ich liebe meine Kirche

<< Zurück | Jetzt | Weiter >> Der Kommentar der Woche

Oft ist das, was uns beschäftigt, uns sorgt und uns Angst macht, auch die Quelle für das, was jetzt dran ist. Mit dem Blick auf die Welt aus ihrer Perspektive kommentieren Franziskaner jeden Freitag, was sie wahrnehmen.


Pater Hans-Georg Löffler

Dass Menschen auch im kirchlichen Raum sich verfehlen können, ist ein beschämender Teil der Wirklichkeit unseres Lebens. Ich ärgere mich über eine Halbherzigkeit in der Aufarbeitung von Verbrechen, die im kirchlichen Rahmen verübt wurden. Ich bin enttäuscht, wenn Opfer immer noch den Eindruck haben, dass sie nicht wirklich wahr oder ernst genommen werden. Und dann dieses krampfhafte Bemühen, mit höchst zweifelhaften Mitteln, bis hin zur Lüge, die Kirche, als System, zu erhalten! Allein die Wahrheit kann zu einem vertrauensvollen Miteinander führen. Darin sehe ich die Zukunft unserer Kirche, die ich immer noch liebe, weil für mich nicht die Institution Kirche im Mittelpunkt steht, sondern die Botschaft Jesu und die Menschen. Kreative, kritische, interessante Menschen.

Einen bemerkenswerten Akzent haben 122 in der katholischen Kirche engagierte Menschen gesetzt, die sich in dem Fernsehbeitrag „Wie Gott uns schuf“ geoutet haben. Sie sind, wie sie sind und fühlen, wie sie fühlen. Sie wollen sich ohne Angst in unserer Kirche engagieren. Mit diesem Bericht wurde mir noch einmal deutlich, dass wir bestimmt eines nicht sind: eine Kirche der Bischöfe! Die Bischöfe haben eine große Leitungsverantwortung zu tragen, aber die Arbeit machen Männer und Frauen an der Basis.

Nur Wahrheit kann befreien, dann entstehen Vertrauen, Miteinander und – was uns leider immer mehr verloren geht – Gemeinschaft.


Der Blick zurück, der Blick nach vorne, und der Blick nach innen.
Franziskaner kommentieren, was wichtig ist.
Immer freitags auf franziskaner.de.


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