Eine Buchempfehlung der Brüder Peter Fobes, Johannes Küpper, Johannes Baptist Freyer, Stefan Federbusch.

Lebensmutig

Klara von Assisi und ihre Gefährtinnen

Martina Kreidler-Kos: Lebensmutig - Klara und ihre Gefährtinnen.
Martina Kreidler-Kos: Lebensmutig – Klara und ihre Gefährtinnen.

Freiwillig arm und freiwillig angewiesen. Heilige als Vorbilder? Ob Heilige wohl besonders dankbare Menschen gewesen sind? Diese Frage könnte uns auf der Suche nach Vorbildern der Dankbarkeit beschäftigen. Denn Dankbarkeit scheint eine Haltung zu sein, die man lernen kann und die viele lernen möchten. Doch mit dieser Frage begeben wir uns auf dünnes Eis. Nehmen wir heiligen Menschen ihre Dankbarkeit überhaupt ab? Gehört es nicht zu unserer Vorstellung von Heiligkeit notwendig hinzu, dankbar zu sein – Gott gegenüber selbstverständlich und ebenso den Menschen gegenüber, die Heilige auf ihren besonderen Wegen unterstützt haben? Kommt es in unserer Vorstellung überhaupt in frage, dass Heilige jemals undankbar gewesen wären? Oder zumindest gelegentlich auch kritisch dankbar? Und zu guter Letzt: Wie will man diese Fragen in Bezug auf konkrete Heiligenleben überhaupt klären?

Viele Heilige haben sich Gedanken über viele Dinge gemacht und manche ihrer Uberlegungen hinterlassen. Klara von Assisi (1193-1253) hat keine Abhandlung niedergeschrieben – auch nicht über die Dankbarkeit. Was wir von und über sie wissen, wissen wir aus einigen Aufzeichnungen und reichen Erinnerungen von Menschen, die sie gekannt haben. Mitschwestern und Nachbarn gaben diese Erinnerungen zu Protokoll, als die Kirche bald nach Klaras Tod 1253 ihre Heiligkeit offiziell untersuchen ließ. Auch wurde ein Biograf beauftragt, ein Lebensbild zu verfassen.‘ Aus diesen Erinnerungen und dem, was sich in Klaras eigenen Schriften findet, speisen sich unsere Kenntnisse über Leben und Lebenshaltungen dieser mittelalterlichen Heiligen

1193 als Adelstochter in der umbrisch-italienischen Stadt Assisi geboren, sympathisierte Klara von Assisi schon als junge Frau mit der Armutsbewegung ihrer Zeit, konkret mit den Brüdern um Franziskus. Es lag damals etwas Neues in der Luft in Sachen christlicher Spiritualität. Das Christusbild vom reichen, mächtigen Weltenherrscher begann zu verblassen und der menschgewordene, arme, solidarische Christus faszinierte die Menschen neu. Auch Klara wollte diesen Fußspuren des Menschgewordenen folgen, wollte arm den armen Christus umarmen, wie sie es später einmal in einem Brief formulierte. Achtzehnjährig brach sie deshalb mit allen standesgemäßen Zukunftsplänen und schloss sich in einer abenteuerlichen Nacht- und Nebelaktion der Bruderschaft des Franziskus an. Da ein gemeinsames religiöses Leben von Männern und Frauen unter dem Schutz der Kirche zu dieser Zeit undenkbar war, kam sie zunächst in zwei verschiedenen Frauengemeinschaften unter, ehe sich Gefährtinnen fanden. Als eine kleine Gruppe von Gleichgesinnten wagten diese Frauen im Frühsommer 1211 ein eigenes Experiment: Stabil an einem Ort wollten sie als Gemeinschaft radikal arm in der Nachfolge Christi leben. Doch wie sollten sie überleben, wovon sich ernähren? Die Brüder um Franziskus, die sich durch Wanderpredigt und Bettelei über Wasser halten konnten, versprachen den Schwestern, den Betteldienst stellvertretend zu übernehmen. Vor den Toren Assisis, bei der kleinen Landkapelle San Damiano entstand so eine rasch wachsende Gemeinschaft von armen, weltoffenen und zugleich beständig betenden Schwestern, die von Almosen lebten, welche Brüder für sie sammelten oder Wohlmeinende ihnen brachten.‘ (Leseprobe)

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 90 Seiten
  • Verlag: Echter
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3429037727
  • ISBN-13: 978-3429037727
  • Preis: 9,90 Euro

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