20.05.2021

ONLINE-STUDIENTAG: Vermessene Beziehungen

Leben und Beziehungen in Coronazeiten

ONLINE-STUDIENTAG: Vermessene Beziehungen – Leben und Beziehungen in Coronazeiten am 12.06.2021.
Bild von Ohrbecker Akzente.

Wer hätte für möglich gehalten, dass ein Abstand von 1,50 Meter zum Maß unserer Beziehungen werden könnte? Menschengruppen oder Menschen, die sich einfach die Hände schütteln: Früher war das ein ganz normaler Anblick, heute löst er – vielleicht auch bei Ihnen? – leichtes Unbehagen aus. Uns interessiert, wie sich Beziehungen durch die Coronamaßnahmen verändert haben – in unserem persönlichen Leben, in der Gesellschaft und im Kirchenleben:

Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen haben uns – wohl erstmals so deutlich – begreifen lassen, wie wichtig uns zwischenmenschliche Beziehungen, Nähe, Umarmungen, Berührungen sind. Wie hat das Virus die Weise verändert, wie unsere Kontakte stattfinden? Welche Wege haben wir gefunden, um unsere persönlichen Beziehungen weiterführen zu können?

Die meisten Menschen haben sich auf ihren engsten Familien- und Freundeskreis zurückgezogen; das eigene Zuhause ist zum Zentrum des Lebens und der Erfahrungen geworden. In dieser Situation beobachten Studien eine Rückkehr zu traditionellem und konservativem Verhalten in Familien und Unternehmen: Menschen suchen verstärkt Sicherheit im Vertrauten und Bekannten – eine Reaktion, die angesichts der Unsicherheit und Komplexität der Coronakrise verständlich ist. Zu beobachten ist auch, dass sich klassische Rollenbilder und traditionelle Familienmodelle als Folge der Coronaregeln wieder festigen: Männer gehen in die Versorger-Rolle, Frauen bewegen sich zwischen Homeoffice, Homeschooling und Haushalt. Welche Auswirkungen hat das auf unsere Gesellschaft?

„Es gibt kein Zurück in die Kirche vor Corona.“ Das sagen Ordensfrauen, die zur Feier der Eucharistie auf einen Priester angewiesen sind und während des Kontaktverbots in der Coronakrise festgestellt haben, dass viele von ihnen weder Eucharistie noch Priester vermissen. „Wir Ordensfrauen haben erlebt, wie abhängig wir von einem geweihten Kleriker sind und das, obwohl wir ansonsten alles selbst verantworten. Das kritisieren wir. „ Regeln, deren Einhaltung vorher selbstverständlich war, stellen sie in Frage. Hat sich das Leben in der Kirche durch Corona auch andernorts verändert?“

Als Referentin haben wir Doktorin Julia Hahmann eingeladen: Julia Hahmann, Soziologin, lehrt und forscht seit 2018 an der Universität Vechta im Studienfach Soziale Arbeit, wo sie die Professur Transkulturalität und Gender vertritt. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind hier u.a. Alternative Beziehungs- und Familienmodelle, Dyadische Beziehungen, Vergemeinschaftung und Gemeinschaft. 2012 wurde Julia Hahmann mit einer Analyse der Beziehungssysteme älterer Menschen an der RWTH Aachen promoviert. www.julia-hahmann.de

ONLINE-STUDIENTAG: Vermessene Beziehungen – Leben und Beziehungen in Coronazeiten

  • Termin: Samstag, 12.06.2021, 09:00–15:00 Uhr
  • Leitung: Br. Andreas Brands ofm; Franziska Birke-Bugiel
  • Kosten: 40.- Euro
  • Flyer der Veranstaltung

Weitere Informationen zum Studientag und Ihre Zoom-Zugangsdaten erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

Anmeldung: info@haus-ohrbeck.de

 


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