Totenbuch

Wir gedenken unserer verstorbenen Mitbrüder

Kerzen
Unsere verstorbenen Brüder und alle Verstorbenen, derer wir gedenken, mögen leben in Gottes Frieden.

 

Pater Volkmar Polatzek OFM
* 17. Juni 1920 in Glatz (Schlesien) † 17. September 2018 im Krankenhaus Lichtenfels.

Einhard Viktor Johannes Polatzek wurde am 17. Juni 1920 als Sohn des Zahnarztes Dr. Viktor Polatzek und seiner Ehefrau Maria, geb. Mandel-Günther, in Glatz (Schlesien, Erzdiözese Prag) geboren. Dort besuchte er von 1926-1930 die Volksschule und von 1930 bis 1939 das humanistische Gymnasium, das er im März 1939 mit dem Abitur beendete.

Gleich im Anschluss musste er zum Reichsarbeitsdienst. Von November 1939 an studierte er an der Universität Breslau Medizin und bestand das Physikum am 30. April 1941. Doch dann wurde er am 1. Oktober 1941 zur Wehrmacht als Sanitäter eingezogen. Am 12. Mai 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft in Böhmen, aus der er am 7. August 1945 nach Erlangen entlassen wurde.

Schon in seiner Kindheit hatte er einen guten Kontakt zu den Franziskanern in Schlesien gehabt. So mag es nicht verwundern, dass er zu Kriegsende um Aufnahme in den Franziskanerorden bat. Am 20. September 1945 wurde er mit dem Ordensnamen Volkmar eingekleidet und begann in Dietfurt sein Noviziat, das er mit der Erstprofess am 21. September 1946 abschloss. Anschließend kam er nach Bad Tölz und ab September 1948 nach München St. Anna zum Theologiestudium. Seine Ewige Profess legte er dort am 21. September 1949 in die Hände des Provinzialministers Franz Sales Aschenauer ab. Der Franziskanerbischof Sigebald Kurz erteilte ihm die Niederen Weihen und im Juli 1950 die Diakonatsweihe. Am 8. Juli 1951 erhielt er von Kardinal Michael Faulhaber in St. Anna in München die Priesterweihe.

Den Pastoralkurs mit abschließendem Cura-Examen absolvierte er in St. Anna, wo er bis 1955 als Aushilfspater eingesetzt war. Es folgte ein Kaplansjahr in Freystadt. Im April 1956 wechselte er wieder für nur ein Jahr nach Bamberg St. Jakob, wo er mit der Aufgabe des Seminarpräfekten im Antonianum betraut wurde.

1957 kam er als Katechet nach Dingolfing, wo er sich auch um die Bibliothek und den Dritten Orden kümmerte. Als das Kloster zum 30. September 1971 aufgehoben wurde, blieb er noch vier Jahre dort als Krankenhausseelsorger. Im September 1975 wurde er als Aushilfsseelsorger nach Landshut versetzt, wo er sich der Franziskanischen Gemeinschaft annahm.

1981 wechselte er nach Gößweinstein, wo er in Wallfahrt und Pfarrei sieben Jahre fleißig mitarbeitete.

Im September 1986 wurde er Guardian in Füssen, 1992 dort Hausvikar. Von 1995 bis 2004 machte er sich um die Hausbibliothek verdient. Ab 2004 blieb er als Ruhestandsgeistlicher in Füssen, wo er gerne lebte. Wer dorthin zu Besuch kam oder einige Urlaubstage verbrachte, fand in Volkmar stets einen umsichtigen, humorvollen und unterhaltsamen Gesprächspartner, der mit Leidenschaft Schafkopf spielte.

Nach einem schweren Schlaganfall musste er wenige Wochen vor seinem Tod auf die Pflegestation der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen umsiedeln. Ein weiterer Schlaganfall machte einen erneuten Krankenhausaufenthalt erforderlich. Dort ist er dann am 17. September verstorben.

Pater Silvester (Cornelius) Neichel OFM
* 18.Februar 1936 in Weisenbach † 14. September 2018 in Stuttgart

Schon als Kind hatte er den Wunsch, Priester werden, das hat P. Silvester in geselliger Runde gerne erzählt. Zunächst aber absolvierte der 1936 in Weisenbach im Murgtal geborene Kornel, ein Förstersohn, selbst eine Forstlehre, dieser Ausbildung verdankte er dann später auch seinen Ordensnamen! Bei einer Fahrt nach Assisi im Sommer 1954 wurde der alte Wunsch dann wieder lebendig, außerdem entdeckte er seine franziskanische Berufung. Als „Spätberufener“ holte er in Hadamar das Abitur nach, begann 1958 in Salmünster das Noviziat, studierte anschließend in Sigmaringen Philosophie und in Fulda Theologie und wurde 1964 in Fulda zum Priester geweiht. Seine erste Stelle war Rottweil, hier war er acht Jahre Präfekt im Kolleg, danach ging er als Rek-tor und Guardian nach Hadamar. Als dieser Konvent 1976 aufgelöst wurde, kam er nach Wangen mit dem Auftrag, dort jungen Menschen als Gast eine Teilnahme am Klosterleben zu ermögli-chen. Ein „Haus zum Mitleben“ ist Wangen bis heute geblieben.

Die Wahl zum Provinzial der Thüringischen Franziskanerprovinz auf dem Provinzkapitel 1979 kam für P. Silvester völlig überraschend, auch davon hat er immer wieder erzählt, war er doch vorher nie Mitglied der Provinzleitung gewesen. Er hat diesen Dienst vor allem als Dienst an den Brüdern verstanden. „Jene Brüder, die Minister und Diener der anderen Brüder sind, sollen ihre Brüder aufsuchen und sie in Demut und Liebe zurechtweisen“, dieser Satz aus dem 10. Kapitel unserer Regel war so etwas wie ein Leitspruch seiner Amtszeit, die durch eine große menschli-che Nähe zu den Brüdern, aber auch durch innere Klarheit und Konsequenz geprägt war. Seine ganz besondere Sorge und Fürsorge galt immer den kranken Brüdern, den einzeln lebenden Brüdern und den Missionaren. In seinem Provinzialat, das 1988 endete, wurde die Kustodie von Asahikawa auf Hokkaido in die Japanische Provinz eingegliedert und die Kustodie von den Sie-ben Freuden Mariens in Mato Grosso / Brasilien zur Vize-Provinz erhoben.

1988 ging P. Silvester wieder nach Wangen und blieb dort bis 2002, dieser Ort, wie überhaupt der Süden Deutschlands, war ihm besonders lieb. Anschließend kam er als Wallfahrtsseelsorger ins Weggental. In diesen Jahren lag ihm die franziskanische Laiengemeinschaft sehr am Herzen. So war er lange Jahre Provinzbeauftrager für die FG, wie sich der OFS damals noch nannte, und FG-Diözesanassistent der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Seit 2007 lebte er als Seelsorger im Mutterhaus der Franziskanerinnen in Berkheim-Bonlanden.

P. Silvester war auch über auch über die Provinz hinaus ein geschätzter Minderbruder. Im Auf-trag des Generalministers visitierte er 1988 die Vizeprovinz vom hl. Franziskus in der damaligen DDR, 1991 die Bayerische Franziskanerprovinz vom hl. Antonius von Padua und 1997 die Tiroler Franziskanerprovinz vom hl. Leopold.
Das Leben von P. Silvester war geprägt durch die Liebe zu Christus, Franziskus und den Brü-dern. Ihm war es wichtig, dass die Brüder ihren konkreten Alltag gemeinsam gestalten, so hat er gerne gekocht oder auch als Provinzial den Brüder auf der Krankenstation des Frauenbergs praktische Dienste erwiesen. Er hatte immer ein offenes Ohr und konnte gut zuhören, aber auch sehr bestimmt und persönlich überzeugend Stellung beziehen, wenn es um Fragen des franzis-kanischen Lebensstils ging. Wir haben ihm viel zu verdanken!

Frater Ingbert (Alfons) Ziegler OFM
* 28. August 1942 in Frankfurt/Main † 13. September 2018 in Frankfurt/Main

„Das tut mir leid. Ihr verliert einen so freundlichen Bruder. Seine Freude war oft so ansteckend“, stand schon im ersten Kondolenzschreiben, das uns nach der Bekanntgabe von Fr. Ingberts Tod erreichte. Viele andere bestätigten dies in ihren Äußerungen. Sie bezeugen damit, welch liebvollen, menschenzugewandten Bruder wir mit Ingbert loslassen müssen. Einen Menschen, der mit seinem verschmitzten Lächeln und seiner ruhigen Art unsere Gemeinschaft mit wärmender Atmosphäre erfüllte. Auf ihn schien das Wort wahrhaftig zu passen: „Dort, wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen kennen keine Lieder.“

Am 28. August 1942 wurde Ingbert in Frankfurt am Main geboren. Ausgewachsen ist der kleine Alfons jedoch in Mernes im Spessart. Seine Mutter Ottilia Ziegler, geborene Desch, musste ihre 5 Kinder alleine großziehen. Sein Vater Bernhard Ziegler kehrte aus dem Krieg nicht zurück. Schon früh kam Ingbert mit den Franziskanern in Salmünster in Kontakt. Im Jahr 1954 ging er darum auf die Schule des Ordens in Watersleyde. „Da wuchs man eben so in den Orden hinein“, sagte Ingbert. 1963 machte er sein Abitur und trat im gleichen Jahr ins Noviziat der Thüringischen Franziskanerprovinz in Salmünster ein. Wieder war er in Heimatnähe, was ihm als wirklicher Familienmensch fast ein Leben lang vergönnt war. Nur seine Studienzeit in Gorheim-Sigmaringen ab 1965 und ab 1967 im Rahmen des Generalstudiums in München führte ihn die Ferne. Dort widmete sich Ingbert zunächst dem Theologiestudium bis zur Subdiakonenweihe 1966. Dann jedoch begann er sein Studium der Kirchenmusik an der „Hochschule für Musik“. Als leidenschaftlicher Musiker wird uns Ingbert v.a. in Erinnerung bleiben.

Von 1973 bis 2007 begeisterte er nicht nur Schülerinnen und Schüler des Franziskanergymnasiums Kreuzburg in Großkrotzenburg. Vielen Chören in der Umgebung war er ein kompetenter und motivierender Leiter. Jahrelang brachte er den Junioren der „Thuringia“ den Chorlagesang näher und sorgte für deren Stimmbildung. Mit seiner frohen Art brachte er noch fast jedem ein Minimum musikalischen Geschicks bei. „Üben hilft – leider“, war eine seiner Weisheiten. Ingbert komponierte und natürlich spielte er die Orgel treu und verlässlich. Fast jeden Morgen saß er auf dem Orgelbock und übte. Die Aufgabe als letzter Provinzsekretär der „Thuringia“ verrichtete er von 2007 bis 2010. Und so manche Kunstgegenstände tragen die Signatur in seiner feinen Schrift, denn er inventarisierte mit Akribie und großer Geduld die Kunst der alten thüringischen Provinz.

Die Spuren aber, die er in den Herzen der Menschen hinterließ, konnten wir in den letzten Tagen sehen. Nach seinem Schlaganfall am 2. September 2018 versammelten sich immer wieder Menschen an seinem Krankenbett. Als er am Abend des 13. September 2018 starb waren nicht nur Brüder und Familie anwesend. Auch zwei seiner ehemaligen Schüler waren dabei, als er friedlich einschlief.

Pater Petrus (Joachim) Kujawa OFM
* 20. März 1935 in Berlin † 28. Juli 2018 in Dortmund.

Pater Petrus wurde am 20. März 1935 in Berlin geboren. Dort wurde er am 5. Oktober 1953 in die Bruderschaft der Franziskaner aufgenommen, an die er sich in der Feierlichen Profess am 13. Oktober 1957 unwiderruflich band.

Er lebte in den Klöstern Ottbergen, Hannover, Berlin und Ohrbeck und war in der Pädagogik, in Leitungsdiensten des Ordens und als Pfarrer tätig. Die Schlesische Ordensprovinz, der er angehörte, wählte ihn 1973 zu ihrem Provinzial. Mit Geschick trug er dazu bei, dass sich 1983 die Schlesische und die Sächsische Ordensprovinz
zusammenschlossen. Als seine gesundheitlichen Kräfte 2008 nachließen, zog er in das Alten- und Pflegeheim Bruder-Jordan-Haus in Dortmund. Hier starb er nach langer, mit Geduld getragener Krankheit.

Wir danken Pater Petrus für seinen erfrischenden und engagierten pädagogischen Dienst an Kindern und Jugendlichen, für seine unermüdliche Tätigkeit als Gemeindeseelsorger und in den Diensten unserer Bruderschaft.

Pater Alban (Rudolf) Mai OFM
* 30. Juli 1934 in Schillingen / Hermeskeil † 02. Juli 2018 in Hermeskeil (Altenpflegezentrum St. Klara)

Am Montag, den 2. Juli 2018 verstarb in Hermeskeil Pater Alban Mai. Geboren am 30. Juli 1934 in Schillingen bei Hermeskeil, erhielt er den Taufnamen Rudolf. Er war das siebte Kind seiner Familie. Nach der Volksschule lernte er das Bäckerhandwerk. Die Sorge um Leben und Nahrung der Menschen prägte ihn. Da er sich um das geistliche Leben der Menschen kümmern wollte, strebte er das Priestertum an. Er machte das Abitur nach und trat am 20. Oktober 1958 in die damalige Kölnische Franziskanerprovinz von den Heiligen Drei Königen ein. Sein Studium machte er an der damaligen Ordenshochschule der Franziskaner in Mönchengladbach. Am 2. Dezember 1962 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde am 10. April 1965 zum Priester geweiht.

Um bessere Lebensumstände der Menschen bemüht, war schon bald nach der Priesterweihe sein Ziel die Mission seiner deutschen Franziskanerprovinz auf der Insel Taiwan (Formosa), östlich von China gelegen. Er ging im Juli 1966 in diese Mission und wirkte dort über 40 Jahre lang. Die Sprache von Taiwan erlernte er sogleich, gerade auch, um sich der Evangelisierung zu widmen und sich um die Nöte der Armen zu kümmern, so im Hauptort der Mission in Hsing Ying im Südwesten Taiwans. Die Franziskaner waren die ersten in dieser Gegend.

Der Aufbau der Mission war stark sein Werk. Er ließ Kirchen und Schulen bauen und lud Ordensschwestern in die Mission zur Mitwirkung ein. Zugleich war er Pfarrer in Yenshui. So gründete er den karitativen Verein „Ciai Wensbeng“. Er erhielt auch manche Spendengelder aus Deutschland. Ihm wurden zahlreiche Ehrungen zuteil, auch von der taiwanesischen Regierung.

Alban war längere Zeit Regionaloberer dieser Mission auf Taiwan. Angesichts eines guten einheimischen Nachwuchses, war es sein wichtiger Beitrag, dass die Mission eine selbständige Ordensgemeinschaft von Einheimischen wurde. Es war eine gemischte Gruppe von deutschen und taiwanesischen Franziskanern geworden; alle beteten auf Chinesisch. Hinzugekommen sind Klarissen von den Philippinen. Von Anfang an trugen die Wilkingheger Franziskanerinnen die Gründung der Mission mit. Pater Alban hatte stets einen aufbauenden und integrierenden Einsatz, gerade angesichts eines Landes mit kräftigem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Aufschwung. In diesem Prozess des Aufbaues und der Verselbständigung der Mission war Pater Alban stets auf das Zusammenwirken aller Missionare bedacht. Er selbst wurde Mitglied und Definitor dieser Provinz.

Im Jahre 2013, am 14. August, kehrte Pater Alban aus Taiwan ins Franziskanerkloster Hermeskeil zurück, schon mit beginnender Demenz-Erkrankung. Schließlich kam er im Hochwald-Altenpflegezentrum St. Klara in Hermeskeil unter. Eine taiwanesische Begleiterin war mitgekommen und sorgte für ihn. Da er vor einiger Zeit einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hatte, verschlechterte sich sein Zustand, sodass er am 2. Juli 2018 verstarb; ganz ruhig eingeschlafen.

Pater Eduard Albers OFM
* 18. Dezember 1934 in Hamm / Westfalen  † 16. Juni 2018 in Teresina / Basilien

Eduard Albers wurde am 18. Dezember 1934 in Hamm (Westfalen) als Sohn des Uhrmachermeisters Franz Albers und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Bauer, geboren. Sein Abitur machte er auf dem Kolleg der Franziskaner in St. Ludwig/Niederlande.

Am 19. September 1955 wurde er in Rietberg für die damalige Sächsische Ordensprovinz eingekleidet und legte am 10. April 1959 in Warendorf die Feierlichen Gelübde ab. Seine Studien absolvierte er in Warendorf und Paderborn und wurde am 26. Juli 1961 durch Erzbischof Lorenz Jäger in Paderborn zum Priester geweiht.

Nach dem Pastoraljahr, das er in Dortmund absolvierte, wurde er im November 1962 in die Mission nach Brasilien ausgesandt und trat am 19. November 1962 von Rotterdam aus die Reise in die damalige Mission der Saxonia im Nordosten des Landes an.

Dort arbeitete er bis 1978 in der Seelsorge an verschiedenen Orten der später zur Provinz Bacabal erhobenen Mission.

1978 besuchte er in Perugia/Italien einen Sprachkurs, um dann bis zum 8. Juli 1980 in Jerusalem ein Studium der Bibelwissenschaft aufzunehmen, das er mit dem Lizentiat abgeschlossen hat. Zurück in Brasilien, hat er Vorlesungen am Theologischen Seminar der Erzdiözese Teresina gehalten. Daneben hat er in der Pfarrpastoral der Ordensprovinz gearbeitet.

In den letzten Jahren machten sich die Beschwerden des Alters deutlicher bemerkbar. Einige Wochen vor seinem Tod wurde er nach einem Schwächeanfall mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus in Teresina gebracht, wo er dann ruhig entschlafen ist.

Die Ordensprovinz Bacabal, zu der er bei ihrer Gründung übergetreten war, dankt ihm für seinen Einsatz in der theologischen Fort- und Weiterbildung und für seinen pastoralen Einsatz für die Menschen in Brasilien.

Bruder Salvator (Theodor) Gruber OFM
* 23. Juli 1930 in Multerberg /Tschechien † 22. März 2018 in Fulda

Viktor wurde am 23. Juli 1930 in Multerberg im heutigen Tschechien als Sohn der Eheleute Anton Gruber und Maria, geb. Panhölzl, geboren. Nach dem Besuch der Volksschule half er seinen Eltern bei der Landwirtschaft. Als Deutscher durfte er damals keinen Beruf erlernen. Im Jahre 1944 erfolgte die Ausweisung.

Ende 1946 bat er um Aufnahme in die Thüringische Franziskanerprovinz. Am 4. Oktober 1947 wurde er in das Noviziat des III. Ordens aufgenommen, wo er den Ordensnamen Salvator erhielt, und am 27. August 1949 für das Noviziat des I. Ordens eingekleidet. Die Feierliche Profess legte er am 29. August 1953 im Kloster Weggental ab.

Bis 1988 arbeitete Bruder Salvator als Pförtner, Gärtner und Schneider im Wallfahrtskloster im Weggental. Anschließend war er über sieben Jahre als Pförtner, Refektorar und Sakristan in Großkrotzenburg tätig und nahm dort ab 1991 auch das Amt des Hausvikars wahr.

1995 bat ihn die Provinzleitung, die Stelle als Hausmeister in Hofheim zu übernehmen. Dort lebte und arbeitete er neun Jahre. Im Jahre 2004 wurde er als zweiter Pförtner auf den Frauenberg nach Fulda versetzt. Neben seiner Tätigkeit als Pförtner übernahm er verschiedene Dienste im Haus. Als seine Kräfte nachließen, wechselte er Anfang 2013 auf die Pflegestation auf dem Frauenberg und zog mit der Schließung der Pflegestation ins Theresienheim um. In den Morgenstunden des 22. März ist Bruder Salvator im Krankenhaus friedlich eingeschlafen.

In einem Brief des Provinzials anlässlich seines 60jährigen Ordensjubiläums, das er am 27. August 2009 auf dem Frauenberg feiern konnte, heißt es: „Wir danken dir für dein franziskanisches Lebenszeugnis, das du durch sechs Jahrzehnte unserer Ordensprovinz und den Menschen an den einzelnen Stationen deines Wirkens geschenkt hast … Bis auf den heutigen Tag – und das trotz gesundheitlicher Einschränkungen – bist du umsichtig und helfend zur Stelle, wo es Not tut. Dein zuverlässiges und treues Beten ist für viele Menschen eine Hilfe und ein Vorbild.“

Wir vertrauen Bruder Salvator dem Herrn über Leben und Tod an und wissen ihn in seiner Liebe geborgen.

Pater Claudius (Wolfgang) Groß OFM
* 04. Februar 1943 in Ahrensberg / Mecklenburg  † 17. März 2018 in Fulda

Pater Claudius wurde als Wolfgang Groß am 04. Februar 1943 in Ahrensberg in Mecklenburg geboren. Sein Vater Franz Groß war als Verwalter des Gutes Ahrensberg tätig, seine Mutter Maria, geb. Vahlkampf, sorgte für die neunköpfige Familie. Während die anderen Geschwister im Westerwald bei Verwandten untergebracht wurden, weil die Mutter die Familie ohne den Vater, der von den sowjetischen Behörden inhaftiert worden war, nicht alleine durchbringen konnte, blieb er bei ihr in Ahrensberg, wo er auch zur Volksschule kam. Als sein Vater aus der Haft entlassen wurde, floh die Familie in den Westen.

1953 wurde er in das Internat und Gymnasium in Watersleyde aufgenommen, wo er 1962 das Abitur bestand. Am 03. Mai 1962 wurde er im Kloster Salmünster in den Franziskanerorden aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Claudius. Seine Feierliche Profess legte er am 08. Mai 1966 ebenfalls in Salmünster in die Hände des Provinzialministers P. Beda Schmidt ab und wurde am 21. Juli 1968 auf dem Frauenberg in Fulda durch Weihbischof Eduard Schick zum Priester geweiht.

1969/1970 absolvierte er das Pastoraljahr in Fulda und arbeitete dann als Religionslehrer in Fulda, wo er auch Novizenmeister wurde. 1979 wurde er zum ersten Mal zum Definitor der damaligen Ordensprovinz Thuringia gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1988 inne. Seit 1982 war er im Kloster Marienthal als Guardian und Wallfahrtsseelsorger stationiert.

Am 05. August 1988 wurde er zum Provinzialminister der Thuringia gewählt. Zehn Jahre hat er die Provinz geleitet und dabei manche Weiche für die Zukunft gestellt. Nach seiner Amtszeit wurde er Rektor des Exerzitienhauses in Hofheim und ab 2001 auch Provinzassistent der Franziskanischen Gemeinschaft. 2004 wechselte er als Postulatsbegleiter nach Wangen und führte die jungen Ordenskandidaten in das Leben der Franziskaner ein.

2007 wurde er Guardian des Klosters auf dem Frauenberg in Fulda und wieder Definitor der Thuringia. Nach der Vereinigung der vier deutschen Ordensprovinzen wurde er 2010 in das Amt des Präsidenten der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn-Bad Godesberg berufen; in diesem Dienst konnte er für das Anliegen der Evangelisierung in den Ländern der Dritten Welt arbeiten. In Godesberg war er ab 2015 auch als Hausvikar und -ökonom tätig. Am 15. September 2016 übernahm er wieder den Dienst des Guardians auf dem Frauenberg in Fulda. Ende 2017 wurde er schwer krank, sein Amt als Hausoberer konnte er nicht mehr weiter ausüben. Am 17. März 2018 ist er im Hospiz in Fulda gestorben.

Pater Claudius wurde auch immer wieder von der Generalleitung des Ordens in Rom für provinzübergreifende Aufgaben angefragt. So war er Generalvisitator der deutschen Ordensprovinzen Saxonia, Silesia und Colonia, der deutschen Klöster Bardel und Mettingen der nordostbrasilianischen Ordensprovinz, der Vikarie in der DDR, der Brüder in der Tschechoslowakei und der Ordensprovinzen Austria und Tirolia. Für die Brüder in Litauen war er einige Jahre ein wichtiger Ansprechpartner.

In allen Aufgaben, in die er berufen wurde, hat er immer die Menschen gesehen, für die er diese Aufgaben übernahm. Ihm war an einem guten Klima in den Häusern gelegen, in denen er lebte und für die er Verantwortung trug, das Eingebundensein in die Gemeinschaft und die Kommunikation mit den Brüdern war für ihn wichtig. Für viele Menschen wurde er ein Seelsorger, der sie in den Höhen und Tiefen ihres Lebens verständnisvoll begleitete.

Möge Pater Claudius nun das, was er geglaubt und worauf er gehofft hat, in der ewigen Gemeinschaft mit Gott erfahren.

Pater Dominik (Philipp) Lutz OFM
* 23. März 1926 in Morlesau †13. März 2018 in Vierzehnheiligen

P. Dominik (Taufname Philipp) Lutz wurde am 23. März 1926 in Morlesau bei Hammelburg geboren. Seine Eltern Georg und Emma (geb. Marx) waren einfache Bauersleute. Hier wuchs Philipp in einer christlichen Familie mit drei Brüdern und zwei Schwestern auf.

Mit 6 Jahren kam er in die Volksschule Morlesau. Nach den drei ersten Gymnasialklassen in Dettelbach und Hammelburg kam er ans Franziskanerseminar Antonianum nach Bamberg, wo er das Alte und später das Neue Gymnasium besuchte. Von Oktober 1943 bis Februar 1944 war er als Luftwaffenhelfer in Schweinfurt, bis Mai 1944 beim Reichsarbeitsdienst in Kitzingen und schließlich bis Kriegsende beim Wehrdienst in Schlesien eingesetzt. Gerade in seinen letzten Lebensjahren haben ihn die abenteuerlichen Ereignisse seiner Flucht vor der Gefangenschaft immer wieder bewegt – und wie Gottes schützende Hand ihn begleitet hat.

Gleich nach Kriegsende bat er um die Aufnahme in den Franziskanerorden. Am 13. Oktober 1945 wurde er in Dietfurt eingekleidet und erhielt den Ordensnamen Dominik. Nach dem Noviziat folgte das Studium in München. Seine Feierliche Profess legte er am 14. Januar 1950 in die Hände des Provinzials Franz Sales Aschenauer ab. In St. Gabriel in München weihte ihn Kardinal Faulhaber am 8. Juli 1951 zum Priester.

Zunächst wirkte er für ein Jahr als Präfekt in Bamberg St. Jakob. Von 1953 bis 1956 war er in Freystadt Seminarpräfekt und Lehrer. Es folgten 8 Jahre als Kaplan in Nürnberg St. Ludwig, wo er auch als Taubstummenseelsorger der Erzdiözese eingesetzt war. Von 1964 bis 1979 bekleidete er das Amt des Direktors der katholischen Heimatmission in München, war von 1967 bis 1970 Guardian von St. Anna und widmete sich von 1967 bis 1979 mit Liebe, Sorgfalt und Sachverstand dem Wiederaufbau der Klosterkirche.

Von 1981 bis 1992 war er Guardian und weitere neun Jahre bis 2001 Wallfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen. Über acht Jahre investierte er Mühe, Zeit und Geschick in die Restaurierung der Wallfahrtsbasilika. 2001 wurde er auf den Kreuzberg in der Rhön versetzt. Auch dort kümmerte er sich treu um die Wallfahrer. Gesundheitlich angeschlagen zog er im Januar 2010 auf die Pflegestation ins Mutterhaus der St. Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen. So kehrte er in „sein“ Vierzehnheiligen zurück. Diesem Wallfahrtsort und vor allem seiner geliebten Basilika gehörte sein Herz.

1997 feierte die Basilika ein Doppeljubiläum: 225 Jahre Weihe der Wallfahrtskirche und 100 Jahre Erhebung zur Basilika. Zu diesem Anlass schrieb Dominik einen Liebesbrief an „seine“ Basilika”. Darin heißt es:

„Stolz und anmutig wirkst Du in Deinem strahlenden Gewand. Zwar haben Dich die „Fachleut“ ein wenig verkannt, als wir Dich jüngst ganz besonders herausgeputzt haben: sie gönnten Dir nicht das leuchtende weiße Kleid und sie knauserten auch mit dem Gold der Borten. Dennoch kannst Du Dich vor aller Welt sehen lassen. Wie eine glücklich strahlende Braut bist du, meine liebe Basilika! Das ,,Lächeln Gottes am Obermain“ nennt man Dich – gibt es eine schönere Liebeserklärung? Glücklich, meine liebe Basilika, wer in Deiner schützenden Nähe leben kann. Ich wünsche Dir zu Deinem Doppeljubiläum, dass viele, viele kommen. Dann schenke ihnen allen – und auch mir – Dein beglückendes Lächeln.”

Die Ehrenmedaillen der Städte Bad Staffelstein und Hammelburg sowie des Bezirks Oberfranken und das Bundesverdienstkreuz sind Zeichen der Wertschätzung seines Wirkens. Sein ganz persönlicher Stil als Wallfahrtsseelsorger ist vielen Pilgern in lebendiger Erinnerung.

Besonders im letzten Jahr ließen seine körperlichen und geistigen Kräfte immer mehr nach. Am 13. März rief ihn Gott in seine „himmlische Basilika“. Möge er dort für immer glücklich sein.

Pater Heribert (Arnold) Neumeier
* 19. Februar 1933 in Hamburg † 22. Februar 2018 in Vierzehnheiligen

Mit 6 Jahren kam er in eine Hamburger Volksschule. Durch die Caritas wurde er verschiedentlich nach Westfalen verschickt. 1941 erhielt er die traurige Nachricht, dass sein Vater Konrad in Russland gefallen war. Infolge der Luftangriffe wurde die Familie Neumeier im Februar 1943 in den Böhmerwald evakuiert. Durch Vermittlung von P. Sigismund trat Arnold am 18. August 1943 in das Gymnasium Weiden ein. Im Herbst 1945 wechselte er ans Vorbereitungsseminar in Freystadt. Von September 1946 bis Juli 1953 besuchte er in Bamberg das Neue Gymnasium und wohnte im Franziskanerseminar Antonianum. Seine Verwandtschaft war wieder nach Hamburg übergesiedelt.

Nach dem Abitur bat er um Aufnahme in den Franziskanerorden und wurde am 15. August 1953 in Dietfurt als Klerikernovize mit dem Ordensnamen Heribert eingekleidet.

Nach dem Noviziat kam er zum Studium nach München St. Anna an die ordenseigene Hochschule. Dort legte er am 16. August 1957 in die Hände seines Guardians Otto Kühner die Feierliche Profess ab. Franziskanerbischof Edgar Häring weihte ihn am 24. August 1958 in München St. Gabriel zum Diakon und Joseph Kardinal Wendel am 26. Juli 1959 zum Priester.

Nach seinem Pastoraljahr in München St. Anna wurde er für ein halbes Jahr nach Vierzehn- heiligen und von August 1961 bis September 1964 als Kaplan nach Marienweiher versetzt.

Es folgten drei Kaplansjahre in München St. Anna, bevor P. Heribert am 31. März 1967 zum Missionsprokurator und Leiter des Franziskaner-Missionsvereins ernannt wurde, einen Dienst, den er bis ins Jahr 1997, also dreißig Jahre lang ausübte. In diesen Jahren sammelte er unermüdlich Spenden für die Mission, pflegte den Kontakt mit den Missionaren im damaligen Missionsgebiet der Bayerischen Franziskaner in Nuflo de Chavez und Santa Cruz, Bolivien und in der Südafrikanischen Union durch zahlreiche Besuche und die Betreuung der Urlauber in der Heimat. Anschließend blieb er in St. Anna als Aushilfsseelsorger.

Am 15. Oktober 2005 wurde er nach Füssen versetzt, wo er sich recht wohl fühlte. Am 14.November 2016 übersiedelte er in die Pflegestation der St. Franziskusschwestern nach Vierzehnheiligen. Dort ist er am 22.Februar.2018 verstorben, kurz nach seinem 85. Geburtstag.

Bruder Ferdinand (Johannes) Steppeler.
* 27. November 1930 in Delbrück † 26. November 2017 in Wiedenbrück

Bruder Ferdinand wurde am 27. November 1930 in der Dorfbauernschaft Delbrück als 6. Kind der Eheleute Josef Heinrich und Katharina Steppeler geboren und auf den Namen Johannes getauft. Als Jugendlicher und Heranwachsender wurde er von der Sehnsucht getrieben, sein Leben ganz Gott zu schenken. Ausschlag für seine Anfrage um Aufnahme in die Sächsische Franziskanerprovinz war auch sicherlich das Vorbild seines Onkels Pater Raphael Steppeler ofm.

Am 6. April 1959 trat er als „Spätberufener“ die Kandidatenzeit im Kloster Werl an. Am 7. September des gleichen Jahres begann die Noviziatszeit, die er am 8. September 1960 mit der Ablegung der einfachen Profess abschloss. Er verblieb noch bis 1961 im Kloster Werl und arbeitete dort als Gärtner. Mit der Versetzung ins Kolleg St. Ludwig/Vlodrop (NL) begann seine große Zeit. Dort konnte er wieder in seinem erlernten Beruf als Landwirt arbeiten. Am 11. September 1966 legte er dort die Ewige Profess ab.

Als 1979 das Kolleg aufgegeben wurde, kam er als Gärtner in das Kloster Osnabrück. Dort kümmerte er sich neben dem Garten auch gerne um die Männer, die zur Pforte kamen, die „Kumpels“, wie er sie liebevoll nannte. Auch diese Zeit endete mit der Auflösung des Klosters im Jahr 1986 und sein Weg führte nach Attendorn. Dort konnte er wiederum sein Wissen und Können im Garten umsetzen. Gerne erzählte er von den vielen Menschen, die ihn im Garten besuchten. Ebenso sang er im dortigen Chor mit und kannte darum auch viele der neuen geistlichen Lieder.

Im Juli 1998 kam er ins Kloster Wiedenbrück, hier fand er wiederum einen großen Garten vor. Mit Geschick, Fleiß und Fachwissen machte er diesen Garten zu einer Oase der Schönheit und lieferte jahreszeitlich reiche Ernte an die Küche. Bei allen Klosterbesichtigungen kam immer die Frage, ob denn auch der Klostergarten zu besichtigen sei. Da er sich inzwischen als Rentner betrachtete, war der Garten für ihn keine Arbeit sondern Hobby und er fühlte sich damit auch nicht an Arbeitszeiten gebunden. Der Garten war einfach seine große Leidenschaft. Hier lebte er auf und konnte spannend und lehrreich erklären. Gerne bekam er jetzt Besuch von seiner großen Verwandtschaft, die in der näheren Umgebung lebt.

Ebenso treu wie er am Gebets- und Konventsleben teilnahm, war er in der Wahl seines Urlaubszieles. Im Gartenschuppen und auch in seinem Zimmer hängen die Ehrenurkunden und Erinnerungszeichen ob seiner langjährigen Treue zum Urlaubsort St. Martin/Lofer (A). Am Christkönigsfest hat er in der 9:00 Uhr-Messe, wie immer, seinen Dienst als Kommunionhelfer verrichtet. Danach hat er noch den Tisch gedeckt und sich dann wegen Unwohlseins ins Bett gelegt, nicht ohne sich noch vom Essen abzumelden. Gegen 13:00 Uhr rief er Br. Korbinian an und klagte, dass er so schlecht Luft bekomme. Als der alarmierte Krankenwagen und der Notarzt eintrafen, fanden wir Bruder Ferdinand im Vorraum des Badezimmers liegend. Im Beisein seiner Mitbrüder gab er sein Leben Gott zurück.

Wir vertrauen darauf, dass er den Ruf Christi, den er keine fünf Stunden zuvor in der Heiligen Messe im Evangelium durch den Mund von Bruder Marcio vernahm nun aus dem Munde Christi selbst hören durfte.

Pater Victor (Walter) Clemens ofm
* 08.09.1924 in Neuss † 10.10.2017 in Vossenack

Walter wurde am 8. September 1924 in Neuss geboren und wuchs mit zwei Geschwistern in einer rheinisch-katholischen Familie auf, für die die Teilnahme am liturgischen Leben des Kirchenjahres mit seinen geprägten Zeiten selbstverständlich war. Schon in jungem Alter zeigte er ein großes Interesse für klassische Literatur und Musik. In Bonn, wo er mit seiner Familie seine Jugend verbrachte, besuchte er oft Konzerte und Opern.

Noch vor seinem Abitur, das er am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn hätte ablegen sollen, wurde Walter zum Kriegsdienst eingezogen (1943). Hier war er als Funker tätig. Er geriet zuerst in englische, dann amerikanische und schließlich in französische Gefangenschaft. Im Oktober 1945 fand er Aufnahme im „Stacheldrahtseminar“ (Kriegsgefangenenseminar, Camp 1) Le Condray bei Chartres, ein Lager, in dem auf Initiative des damaligen Nuntius in Paris, Erzbischof Angelo Roncalli, dem späteren Papst Johannes XXIII, Seminaristen untergebracht waren und wo er zunächst das Graecum und das Nachkriegsabitur machte. Anschließend studierte er bis Juni 1947 Philosophie und Theologie.

Hier lernte er auch Franziskaner kennen. Später, nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft und der Fortsetzung des Theologiestudiums in Bonn hatte er immer wieder gute Kontakte zu P. Eucharius Berbuir. Er ging dann für die Kölnische Franziskanerprovinz nach Rietberg ins Noviziat, wo er am 19.04.1951 eingekleidet wurde und den Namen Victor erhielt. Im darauffolgenden Jahr 1952 legte er seine Erste Profess ab und setzte anschließend an der Johannes-Duns-Skotus-Akademie in Mönchengladbach seine Studien fort.

Nach seiner Priesterweihe am 1. Mai 1954 in Mönchengladbach hätte Victor gerne an einer Universität mit theologischer Fakultät in Fundamentaltheologie promoviert. Doch die Provinzleitung schickte ihn zum Zweitstudium der Fächer Religion, Latein und Griechisch nach Münster, wo er für das Lehramt an Gymnasien bis 1960 sein 1. und 2. Staatsexamen ablegte. Danach ging er als Religions-, Latein- und Griechischlehrer ins Kolleg St. Bonaventura nach Exaten (Baexem) in Holland. Mit der Auflösung des Kollegs unterrichtete Pater Victor über seine Pensionierung 1987 hinaus noch bis 1991 am Franziskus-Gymnasium Vossenack. Über Jahrzehnte betreute er in vorbildlicher Weise die Konvents-, Lehrer- und Schulbibliothek.

Viele Jahre war er Vikar der Vossenacker Gemeinschaft, von 1987 bis 1990 deren Guardian. Neben seinem Interesse für Bildung und Erziehung war Pater Victor auch in der Seelsorge sehr engagiert. Für Aushilfen in der Umgebung und Gottesdienste in der Klosterkirche stand er immer bereit. Hier war ihm nichts zu viel. Besondere Aufmerksamkeit richtete er auf seine Predigttätigkeit. Seine Predigten waren nicht selten Katechesen. Ihm lag daran, dass die Menschen, die den Weg zu uns fanden, im Glauben gestärkt wieder in ihren Alltag gingen. Er war sicherlich der Vertreter einer humanen Pastoral: die Menschen sollten Freude am Glauben zeigen, so wie er selbst tief verwurzelt in seiner Gottesbeziehung diese Freude im Glauben ausstrahlte. Hoffnungsvoll und zuversichtlich begleitete er die ihm Anvertrauten mit einem Wort aus Nehemia: „Macht euch keine Sorgen, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke!“ (Nehemia 8, 10)

Pater Aurelian (Walter) Zaha
* 11. Januar 1934 in Lomitschka (Sudetenland)  † 25. September 2017 in Vierzehnheiligen

Aurelian (Walter) Zaha wurde am 11. Januar 1934 in Lomitschka im Sudetenland (Erzdiözese Prag) als drittes Kind katholischer Eltern geboren. Sein Vater war von Beruf Maurer und war mit Maria Zaha geborene Matz verheiratet.

1946 wurde die Familie von ihrem Hof vertrieben und nach Bayern ausgewiesen. Nach zweijähriger Unterbrechung besuchte er am neuen Wohnort Neuengrün bei Kronach im Frankenwald ein halbes Jahr die Volksschule und trat im September 1947 in das Franziskaner-Vorbereitungsseminar Freystadt/Oberpfalz ein. 1948 bestand er die Aufnahmeprüfung in die dritte Klasse des Neuen Gymnasiums Bamberg, das er bis 1954 besuchte.

Er bat um Aufnahme in den Franziskanerorden und wurde am 16. August 1954 in Dietfurt als Novize mit dem Ordensnamen Aurelian eingekleidet. Nach dem Noviziat kam er zum Studium der Philosophie und Theologie an die ordenseigene Hochschule nach München St. Anna, wo er in die Hände des damaligen Guardians Pater Otto Kühner am 17. August 1958 die Feierliche Profess ablegte. Nach erfolgreichem Studienabschluss wurde er am 25. Juli 1959 in München St. Anna von Weihbischof Neuhäusler zum Diakon geweiht und von Julius Cardinal Döpfner am 4. August 1960 in München St. Gabriel zum Priester.

Am 2. Mai 1962 wurde er als Missionar nach Bolivien ausgesandt, wo er 44 Jahre in Nuflo de Chavez im östlichen Tiefland Boliviens lebte und arbeitete, 1962/63 als Kaplan in San Javier, 1963/64 als Pfarrer in El Puente und 1965 – 2006, also 41 Jahre, in Yaguarú.

Am 25. Mai 2006 kehrte er, verbraucht und krank, in seine Heimatprovinz nach Bayern zurück und wurde ab 2008 herzlich in der Seniorenstation der Franziskusschwestern Vierzehnheiligen aufgenommen und gepflegt. Im September 2016 musste ihm ein Bein abgenommen werden. Er hat sein langes Krankenlager geduldig ertragen.

Am 25. September 2017 wurde er in die Ewigkeit heimgerufen.

Pater Waldemar (Paul) Birk
* 19. April 1929 in Rottenburg  † 9. Juli 2017 in Mannheim

1929 erblickt als Sohn von Rosa und Paul Birk im schwäbischen Rottenburg ein liebenswerter Mensch zum ersten Mal das Licht der Welt: Peter Birk. Von diesem Moment an sollten ihm 88 Jahre erfüllten und leidenschaftlichen Lebens geschenkt sein.

Viele Jahre davon verlebt er in Dunningen, nahe bei Rottweil. Dort macht er eine kaufmännische Ausbildung, bis er mit 21 Jahren den Kaufmannsohn Franz von Assisi entdeckt und 1950 als Frater Waldemar in den Franziskanerorden aufgenommen wird.

Nach seinem Noviziat und während des Studiums in Salmünster, Sigmaringen-Gorheim und Fulda bindet er sich am Franziskusfest 1954 für immer an die Brüdergemeinschaft. Eine gute Entscheidung, die ihn in den folgenden mehr als sechs Jahrzehnten an viele Orte und mit vielen Menschen in Kontakt bringen sollte.

Bevor er mit wachem Geist und liebevollen Herzen seine Dienste beginnt, empfängt er am 29. Juli 1956 durch Bischof Edgar Häring OFM in Sigmaringen-Gorheim die Priesterweihe.

Seine ersten pastoralen Schritte machte er dann in der Herz-Jesu-Pfarrei in Rastatt (1958-61). Bis zuletzt pflegte er Freundschaften dorthin und ist als „privater Telefonseelsorger“ aktiv. Nach einem Jahr in Salmünster (1961/62) kommt er 1962 zum ersten Mal nach Mannheim. Er bleibt drei Jahre. Dann zieht es ihn weiter nach Walldürn. Von 1965 bis 1971 wirkte er dort als Militärpfarrer. Diese sechs Jahre zählen mit zu den erfülltesten seines Lebens. Aus dieser Zeit erzählt P. Waldemar gerne und oft Geschichten und Anekdoten. Sehr geprägt haben ihn und die Gemeinde auch die fünfzehn Jahre, in denen er die Pfarrei St. Johann/Freiburg leitete. Gegen Ende seiner Amtszeit verschlechterte sich sein Hörvermögen und er legte die Leitung nieder.

So kam er 1986 in die Gemeinde St. Bonifatius, Mannheim. Er erlernt die Gebärdensprache und wird ein Jahr später Gehörlosenseelsorger der Region Rhein-Neckar. 2001 beendet er seine Tätigkeit, jedoch nur um eine neue Aufgabe zu beginnen. Im nahe gelegenen Theresien-Krankenhaus feiert er nun jeden Freitagmorgen mit den Vinzentinerinnen Eucharistie. Mit 85 Jahren folgt auf sein gern gebrauchtes Wort „Ich kenne meine Grenzen“ sein Abschied von diesem wertvollen und geschätzten Dienst.

Bewegend, wie er trotz zunehmender Hörschwäche in guter Beziehung bleibt, besonders mit seiner großen Familie, für die er immer der „Onkel Peter“ ist. Anrührend, wie Waldemar sich seine Liebenswürdigkeit und Gelassenheit bewahrt: „Ich bin halt alt, aber nicht traurig.“ Sein stark eingeschränktes Hörvermögen wäre ein Grund gewesen, aber für ihn nie wirklich ein Hindernis, die allabendliche Runde in Gemeinschaft ausfallen zu lassen. Interessiert an aktuellen politischen und kirchlichen Themen müht er sich oft um Ausgleich: „Das kann man so oder so sehen.“ Berührend seine tief empfundene Dankbarkeit. Kaum ein Handschlag, den er nicht mit einem „Und vielen Dank“ quittiert. Sein ehrlich ausgesprochener Wunsch „Alles Gute“ bewegte so manches Mal.

Vor einiger Zeit schrieb Pater Waldemar, der Tiefglaubende: „Ich meine, dass ich auch jetzt im Alter einen Beitrag leiste zum Segen für meine Mitbrüder, für die Menschen, denen ich begegnet bin, für alle, die sich meinem Gebet empfohlen haben und für die Anliegen von Kirche und Welt.“

Waldemar wurde selbst zum Segen – als liebenswerter Mensch, glaubhafter Franziskaner und überzeugender Priester.

In den Nachmittagsstunden am Sonntag, 9. Juli, ist er friedlich eingeschlafen. Wir wissen ihn nun endgültig und unverlierbar geborgen in Gott.

Pater Dietmar (Joachim) Birkwald ofm
*30. 12. 1928 in Guttentag (Schlesien)  † 30.06.2017 in Dorsten

Joachim Birkwald wurde am 30.12.1928 als Sohn des Lehrerehepaars Viktor Birkwald und seiner Ehefrau Silvia in Guttentag (Schlesien) geboren. Sie hatten fünf Kinder, von denen drei der Berufung zum Priester gefolgt sind. Dietmar hat immer erzählt, dass er zwei Tage zu früh geboren wurde, da er aufgrund seines Geburtsdatums schon in sehr jungen Jahren zum Kriegsdienst der Heimatflak einberufen wurde. Einige Zeit seines Kriegsdienstes hat er in Dänemark verbracht. Die Kriegszeit und was er persönlich dort erlebte, hat sich bei ihm tief eingeprägt.

Am 28. April 1949 trat er in das Noviziat in Rietberg ein. Seine ordensinternen Studien verbrachte er in Warendorf und München. In die Hände von Provinzialminister Hieronymus Trumpke legte er in München am 29. April 1953 seine Feierliche Profess ab. Durch Handauflegung von Josef Kardinal Wendel empfing er im Dom zu Freising am 11. April 1955 die Priesterweihe.

Von 1957 bis 1964 absolvierte er ein Zweitstudium der Naturwissenschaften (Biologie) in Kiel. Viele Jahre seines Wirkens verbrachte er in Ottbergen in den Aufgaben eines Stationarius, Lektors und Vikars. In dieser Zeit entstand seine Verbundenheit mit dem Dritten Orden. Mit dem dort zuständigen Vorsteher des Dritten Ordens richtete er im Wendland eine Kapelle ein und hielt dort Gottesdienste und jährliche Exerzitien. Eine Freundschaft, die bis zum Lebensende gehalten hat, verband die beiden. Von 1972 bis 1975 war er Lehrer an unserem Gymnasium in Großkrotzenburg. Zweimal versah er die Aufgabe eines Definitors in der schlesischen Provinz. Sehr gerne hat er seine Aufgabe in der Krankenhausseelsorge wahrgenommen; so in Hannover und Ottbergen. Bedingt durch die Klosterauflösung in Ottbergen, kam er am 01. August 2012 in unser Franziskanerkloster in Dorsten.

Sein Hüftleiden und die extreme Sehschwierigkeit haben seine Tätigkeiten immer mehr eingeschränkt. Nach einem Sturz in seinem Zimmer Anfang Juni, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zunehmend. Er war auf seinen Tod vorbereitet und hat ihn ersehnt. Seine große Verehrung des Hl. Josef hat ihm darin Vertrauen geschenkt. Wir vertrauen, dass er nun schaut, was er geglaubt und verkündet hat.

Bruder Pius (Anton) Pfaller ofm
*08.02.1934 in Freystadt  † 26. Juni 2017 in Vierzehnheiligen

Anton Pfaller wurde am 8. Februar 1934 als Sohn des Maurers Anton Pfaller und seiner Ehefrau Mathilde in Freystadt/ Opf. geboren. Von 1940 bis 1948 besuchte er die Volksschule. Als Kind begleitete er seinen Vater öfter, wenn dieser Hausmeisterarbeiten im Franziskanerkloster leistete. Dadurch lernte er die Franziskaner kennen. Im August 1948 meldete er sich im Kloster Berching an, wo er bis Juli 1950 die landwirtschaftliche Berufsschule besuchte.

Provinzial Franz Sales Aschenauer kleidete ihn am 9. März 1952 in Dietfurt ein und gab ihm den Ordensnamen Pius. Eigentlich wollte er Gärtner werden, doch die Provinzleitung entschied anders. Nach Noviziat und Erstprofess wurde er 1953 als Koch auf den Mariahilfberg in Amberg versetzt, wo er ab 1964 zusätzlich den Pförtnerdienst versah. Zwischendurch legte er am 7. März 1956 seine feierliche Profess ab.

1967 hieß es von Amberg Abschied zu nehmen. Schweren Herzens verabschiedete er sich nach 14 Jahren vom Mariahilfberg und zog nach Hammelburg um. Die Versetzung ging ihm buchstäblich an die Nieren. Längere Zeit war er krank, bis er sich allmählich im Kloster Altstadt heimisch fühlte. Als Koch hatte er täglich mehr als 50 Internatsschüler zu versorgen. Nach der Schließung des Internats bekochte Pius Lehrgänge der Polizeischule und ab 1980 die Kurse der Bayerischen Musikakademie, die ins ehemalige Knabenseminar und Kloster eingezogen war. Alle haben Sie die Kochkünste und die Gastfreundschaft von Bruder Pius geschätzt.

1970 wählten ihn die Brüder in die Provinzleitung, in der er mit kleineren Unterbrechungen bis 2004 das Schicksal der bayerischen Franziskanerprovinz mitlenkte. 1982 wurde er zum Guardian von Kloster Altstadt ernannt, das er durch seine herzliche Gastfreundschaft, seine Freigebigkeit und seinen alltäglichen Fleiß weit über die Grenzen des Landkreises Bad Kissingen hinaus bekannt machte. So manche Ehrung wurde ihm zuteil: Die Stadt Hammelburg verlieh ihm 1988 als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung seiner Verdienste um die Bayerische Musikakademie die Bürgermedaille. Der Landkreis Bad Kissingen ließ ihm 2000 den Kultur-Ehrenbrief zukommen. Den Festgottesdienst zu seinem 50jährigen Ordensjubiläum zelebrierte Bischof Schlembach von Speyer, dem er sich sehr verbunden fühlte.

Bruder Pius gehört zum Kloster Altstadt eben wie der Eichelober zum Schafkopfspiel, das er jeden Montagabend mit Freude und Raffinesse spielte. Viele wussten seine zuvorkommende, bescheidene und unkomplizierte Art zu schätzen. Sein ansteckendes Beispiel und seine gelebte Frömmigkeit bleiben unvergesslich.
In Hammelburg hat man stets prophezeit: „Das Kloster Altstadt lebt und stirbt mit Bruder Pius“. 2014 konnte die Ordensprovinz das Kloster Altstadt nicht mehr verantwortlich halten, auch weil die beiden tragenden Säulen Bonaventura und Pius mehr und mehr an die Grenzen ihrer Gesundheit stießen. So zog Bruder Pius auf die Krankenstation ins Mutterhaus der St. Franziskusschwestern um. Mit großer Zufriedenheit und gleichbleibender Freundlichkeit hat er hier seine letzten Lebensjahre verbracht. Alle mochten ihn!

Bruder Aloysius (Karl) Müller ofm
*28.03.1922 in Ratibor  † 06.06.2017 in Dortmund

Am 28. März 1922 wurde Karl Müller in Ratibor (Oberschlesien) als Sohn des Schuhmachers Max Müller und seiner Ehefrau Therese geboren. Von 1928 bis 1936 besuchte er die Volksschule in Ratibor und machte anschließend bis 1941 die kaufmännische Lehre in einem Lebensmitteleinzelhandelsgeschäft. Nach Militärdienst und Kriegsgefangenschaft arbeitete er von 1945 bis 1949 in einer Ziegelei in Minden/Westfalen.

Am 7. September 1949 wurde Karl im Franziskanerkloster Rietberg in den Franziskanerorden aufgenommen. Bei der Einkleidung erhielt er den Namen Aloysius. Danach diente er gewissenhaft als Hausmeister, Küster oder Pförtner in den Klöstern Hildesheim, Hannover und ab 1967 in Ottbergen. Hier konnte er 2009 sein 60-jähriges Ordensjubiläum feiern.

Stets begegnete er allen Menschen bescheiden, freundlich und zuvorkommend. Nach der Auflösung des Klosters Ottbergen zog er wegen größerer Pflegebedürftigkeit im Juli 2012 in das Bruder-Jordan-Haus nach Dortmund. Die letzten Lebensjahre verbrachte er hier in seiner ihm eigenen zurückhaltenden und bescheidenden Art. In den Morgenstunden des 6. Juni 2017 legte er sein Leben in die Hand seines Schöpfers zurück.

Pater Rainer (Johann) Luber ofm
*29.08.1930 in Nürnberg  † 21.04.2017 in Landshut

Johann Luber wurde am 29. August 1930 als zweites Kind des Elektroschweißers Paul Luber und seiner Ehefrau Karoline, geb. Drechsel, in Nürnberg (Erzdiözese Bamberg) geboren und in der Pfarrkirche Herz Jesu von seinem Onkel, dem Franziskaner Pater Prosper Luber, getauft.

Seine Eltern wohnten auf dem Pfarrgebiet der Kuratie St. Franziskus, die von den Franziskanern seelsorgerlich betreut wurden. Von 1937 bis 1941 besuchte er die Volksschule und trat dann in das Neue Gymnasium in Nürnberg ein. In dieser Zeit ministrierte Hans fleißig in seiner Pfarrkirche St. Franziskus. Der Patron der Kirche, Franziskus von Assisi, und der Franziskanerpater Alfred weckten sein Interesse am Ordens- und Priesterberuf, und so siedelte er 1944 an das Neue Gymnasium nach Bamberg über, wo er in das gerade wiedereröffnete Franziskanerseminar Antonianum aufgenommen wurde. Nach dem Abitur im Juli 1950 bat er wie selbstverständlich um Aufnahme in den Orden.

Am 12. August 1950 erhielt er in Dietfurt von Guardian Pater Markwart Gunkel das Ordenskleid überreicht und bekam den Ordensnamen Rainer. Nach dem Noviziat und seiner Erstprofess am August 1951 wurde er zum Studium an die ordenseigene Hochschule nach München St. Anna geschickt. In der dortigen Klosterkirche legte er am 13. August 1954 in die Hände des Provinzialministers Tharsicius Sibold seine Feierliche Profess ab. Erzbischof Josef Kardinal Wendel weihte ihn am 19. Dezember 1954 im Dom zu Freising zum Diakon. Seine Priesterweihe durch Weihbischof Johannes Neuhäusler fand am 9. September 1956 in München St. Gabriel statt. Es folgte das Pastoraljahr in St. Anna.

Zum 1. August 1957 wurde Rainer als Seelsorger, Beichtvater und Katechet ins Kloster Mühldorf versetzt, doch bereits zum Monatsende berief man ihn als Seminarpräfekt nach Landshut, wo er 10 Jahre lang die jungen Internatsschüler begleitete und sich um die Bibliothek kümmerte. Im August 1967 kam er nach Bad Tölz, wo er als Vikar des Hauses und Religionslehrer an der Berufsschule eingesetzt wurde. 1970 wechselte er als Präses und Wallfahrtsseelsorger auf den Engelberg, auf dem er 13 Jahre segensreich wirkte, bevor er im Oktober 1983 zum Direktor der Solanusschwestern in Landshut bestellt wurde. Hier wusste er sich auch nach der Schließung des Franziskanerklosters im November 2002 gerne beheimatet und nahm die Rufbereitschaft für das Krankenhaus wahr, solange es seine gesundheitlichen Kräfte zuließen. Am 1. Mai 2008 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Erst vor wenigen Wochen musste er auf die Krankenstation der Schwestern übersiedeln. Dort starb er nach längerer Krankheit am Freitag in der Osteroktav.

Pater Eberhard (Wolfgang) Sievers ofm
* 11. Januar 1940 in Hannover † 26. März 2017 auf dem Kreuzberg in der Rhön

Wolfgang Sievers, geboren am 11. Januar 1940 in Hannover wurde nach dem Abitur am Gymnasium Josephinum in Hildesheim am 29. April 1961 in Dietfurt an der Altmühl in das Noviziat des Franziskanerordens aufgenommen und nahm den Ordensnamen „Eberhard“ an.

Am 30. April 1962 legte er die zeitliche Profess ab und nahm das Studium der Philosophie und Theologie im Franziskanerkloster St. Anna in München auf. Dort band er sich am 30. April 1965 in der Feierlichen Profess endgültig an den Orden. Am 23. Juli 1967 wurde er in München St. Gabriel zum Priester geweiht. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums wurde er im April 1968 in das Kloster Hannover-Kleefeld versetzt und wirkte als Pfarrseelsorger in Seelze bei Hannover. 1974 wurde er zum Kaplan in der Pfarrei St. Mauritius in Hildesheim ernannt. Von 1983 bis 1989 war er als Pfarrverwalter in Ottbergen bei Hildesheim tätig. 1989 übernahm er eine Aufgabe in der außerordentlichen Seelsorge als Mitarbeiter im Exerzitienhaus der Franziskaner in Werl. Von 1955 bis 2009 wirkte er als Seelsorger in Dorsten, Halberstadt und Halle a. d. Saale. Ab 2009 gehörte P. Eberhard zum Kloster Kreuzberg, wo er engagiert in der Wallfahrtsseelsorge mitarbeitete; von 2014 bis 2016 war er stellvertretender Hausoberer.

Im August 2016 musste er das Klinikum in Bad Neustadt aufsuchen und konnte erst im Januar 2017 wieder auf den Kreuzberg zurückkehren. Er freute sich darauf, in absehbarer Zeit wieder in der Seelsorge arbeiten zu können. In den Morgenstunden des 26. März ist er auf dem Kreuzberg friedlich entschlafen.

Die Brüder des Klosters Kreuzberg und der Deutschen Franziskanerprovinz haben mit P. Eberhard einen Bruder verloren, der den Menschen zugewandt war und sich als Priester mit ganzem Herzen in der Seelsorge einsetzte.

Bruder Fidelis (Heinrich) Hofmann ofm
* 14. März 1940 März in Mannheim-Sandhofen †  24 März 2017 in Fulda

Heinrich wurde am 14. März 1940 in Mannheim-Sandhofen als Sohn der Eheleute Heinrich Hofmann und Anna Katharina, geb. Wittner, geboren. Eine Lehre als Buchdrucker schloss er im Frühjahr 1957 mit der Gesellenprüfung ab.

Am 6. April 1959 trat er ins Postulat der Thüringischen Franziskanerprovinz ein, wurde am 2. Oktober 1959 ins Noviziat des III. Ordens (wo er den Ordensnamen Fidelis erhielt) und am 13. November 1961 ins Noviziat des I. Ordens aufgenommen. Am 15. November 1965 legte er auf dem Frauenberg in Fulda seine Feierliche Profess ab.

Br. Fidelis arbeitete als Koch in Fulda und Salmünster bis 1970, war dann ein gutes Jahr in Saulgau tätig und anschließend als Pförtner und Hausmeister in Freiburg-St. Johann. 1973 wurde er in die Missionszentrale der Franziskaner nach Bonn-Bad Godesberg berufen. Damit hatte er eine Aufgabe gefunden, die ihn bis an sein Lebensende nicht mehr loslassen sollte: der Einsatz für die Mission.

Von April 1984 bis April 1986 arbeitete er in Bolivien im Projekt OSCAR (Obras Sociales de Caminos de Acceso Rural), bei dem unwegsames Gelände in harter Arbeit durch Straßen und Brücken erschlossen wurde. Von dieser Zeit hat er immer wieder begeistert erzählt. Obwohl er gerne noch länger dort geblieben wäre, war er dann bereit, in Fulda das Amt des Missionsprokurators der Thuringia zu übernehmen und sich damit auf andere Weise für die Missionsarbeit zu engagieren. In dieser Zeit besuchte er auch die Brüder in Japan, Mato Grosso und im Heiligen Land.

Bis 2004 lebte er auf dem Frauenberg in Fulda. Dort war er neben seinem Engagement für die Mission von 1988 bis 1994 auch Provinzdefinitor und ab 1991 für zehn Jahre Provinzökonom. Nach einer Sabbatzeit in Jerusalem arbeitet er in den Konventen Hofheim und Rheda-Wiedenbrück als Hausmeister. 2013 wechselte er in gleicher Aufgabe erneut nach Fulda, wo er zusätzlich auch den Dienst des Hausökonomen versah und vor allem zahlreiche Fahrdienste für die Brüder auf der Krankenstation übernahm.

Im September 2016 wurde ihm die Aufgabe des Präses in der neu gegründeten Seniorenkommunität im Theresienheim der Fuldaer Vinzentinerinnen übertragen, ein Dienst, den er gerne und mit viel Umsicht und persönlicher Zuwendung zu den Brüdern erfüllte.

Am Morgen des 24. März 2017 gab unser Bruder Fidelis Hofmann plötzlich und völlig unerwartet sein Leben in die Hand Gottes zurück. Sein plötzlicher Tod trifft uns hart. Wir vertrauen Br. Fidelis dem Herrn über Leben und Tod an und wissen ihn in seiner Liebe geborgen.

Bruder Antonius Maria Schütze
* 26. Juli 1956 in Neviges † 15. Februar 2017 in Düsseldorf

Klaus Maria Schütze wurde am 26. Juli 1956 in Neviges geboren als Sohn der Eheleute Hannsjosef Schütze und Gertrud, geb. Gielen, und wuchs mit fünf Geschwistern auf. Er besuchte in Neviges die Grund- und Realschule, die er 1973 mit dem Abschluss der Mittleren Reife verließ.

In Wuppertal absolvierte er eine Ausbildung zum Reisebürokaufmann, die er mit der Kaufmannsgesellenprüfung abschloss. Eine kurze Zeit arbeitete er in einem Reisebüro, dann zwanzig Jahre bei der Lufthansa AG, Düsseldorf.

1996 begann er das Postulat in der damaligen Kölnischen Franziskanerprovinz mit den Stationen Hermeskeil und Düsseldorf. Am 14. September 1997 wurde er in das Noviziat aufgenommen – es war der erste gemeinsame Noviziatskurs der damaligen vier deutschen Provinzen in Nürnberg – und erhielt auf eigenen Wunsch den Ordensnamen Antonius Maria. Durch die Feierliche Profess am 6. Juli 2002 band er sich endgültig an die Gemeinschaft der Franziskaner.

Die Zeit seines Ordenslebens war geprägt vom Einsatz im sozialen Bereich. Zunächst arbeitete er in Düsseldorf innerhalb des Klosters und in der Obdachlosenbetreuung. Von 2001 bis 2004 leitete er dort die Firminus-Klause. 2005 wechselte er nach Berlin-Pankow, um die Verantwortung für die dortige Suppenküche zu übernehmen. 2007 wurde er wieder nach Düsseldorf versetzt, wo er zunächst in der „Düsseldorfer Tafel“ mitarbeitete, bevor er 2011 erneut die Leitung der Firminus-Klause übernahm.

Eine akute Verschlechterung seiner Diabetes-Krankheit führte ihn vergangene Woche ins Krankenhaus, wo er nach einer Besserung seines Gesundheitszustands unerwartet sein Leben in die Hand Gottes zurückgab.

Bruder Antonius hat durch seine humorvolle Art und durch sein beherztes Anpacken für Menschen am Rand der Gesellschaft vielen, die ihm begegnet sind, etwas von der Nähe Gottes vermittelt. Noch in diesem Jahr wollte er mit der Firminus-Klause an den neuen Standort neben der Kirche Mariä Empfängnis umziehen. Sein plötzlicher Tod hinterlässt in unserer Provinzgemeinschaft eine schmerzvolle Lücke. Wir danken Gott für diesen Bruder und dürfen glauben, dass er nun für immer bei ihm ist.

Pater Sigfrid Erich Klöckner
* 23. Februar in Höchst / Gelnhausen † 7. Februar 2017 in Fulda (Theresienheim)

Erich Klöckner wurde am 23. Februar in Höchst / Gelnhausen geboren als Sohn der Eheleute Karl und Therese, geborene Pfeifer, und wuchs mit drei Brüdern auf, zwei weitere Geschwister waren als Kleinkinder gestorben. Der Beruf des Vaters als Eisenbahner führte die Familie während des Krieges nach Alsfeld/Oberhessen. Von dort ging Erich Klöckner nach Kriegsende ins Schülerheim der Franziskaner in Hadamar, wo er am Öffentlichen Gymnasium das Abitur machte.

Im Noviziat in Salmünster (1949-1950) bekam er bei der Aufnahme in den Orden den Namen Sigfrid. Das Philosophiestudium war in Sigmaringen-Gorheim (1950-1952) und das Theologiestudium in Fulda (1952-1956). Die Feierliche Profess legte er 1953 ab und empfing 1955 die Priesterweihe durch Weihbischof Dr. Adolf Bolte in der Frauenbergkirche.

1956 begann er in Mainz ein Promotionsstudium in Moraltheologie. Nach der Erlangung des Doktorates wurde er 1961 Lektor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule seiner Ordensprovinz auf dem Frauenberg in Fulda, wo er bis zu einer Neuordnung der Studien 1968 Moraltheologie lehrte, die folgenden Jahre bis 1970 dieselbe Disziplin an der Hochschule der Franziskaner in München. Von 1967-1970 war er Magister der studierenden Brüder in Fulda und Ansprechpartner für die Brüder in Münster und München. Von 1968-1979 war ihm das Amt des Dompredigers im sonntäglichen Kathedralamt in Fulda aufgetragen.

Am 7. Juli 1970 wurde er zum Provinzialminister der Thüringischen Franziskanerprovinz gewählt und 1976 in diesem Amt durch Wiederwahl bestätigt. In diese Zeit fielen spürbare Umbrüche im Orden und in der Ordensprovinz. Pater Sigfrid hat u. a. einigen Konventen eine verbesserte juristische Grundlage geschaffen. Als Provinzialminister war ihm die geistliche Bildung der Bruder und Konvente ein wichtiges Anliegen. Es gab erstmals die Gremien des Provinzrates und der Hausoberenkonferenz. Bei vier Generalkapiteln (1971, 1973, 1976, 1979) der Franziskaner war er als zeitweiser Moderator wesentlich beteiligt.

Deutliche Spuren hat er 1979-1988 als Leiter mit dem Umbau und der Erweiterung des Exerzitienhauses in Hofheim sowie 1988-2004 als Leiter des Exerzitienhauses Kloster Salmünster hinterlassen, nicht nur baulich, sondern auch für das spirituelle Profil beider Häuser. Seit dem Umzug auf den Frauenberg in Fulda – die Franziskaner verließen das Kloster Salmünster Ende 2004 – hat Pater Sigfrid in Vorträgen sowie Predigten Menschen geholfen, Fragen der Zeit und persönliche Anliegen zu reflektieren. Ab 1979 war er mehrere Jahre geistlicher Leiter des Katholischen Männerwerkes in Deutschland.

Im August 2016 fand er mit anderen Brüdern Aufnahme im Theresienheim der Barmherzigen Schwestern in Fulda. Infolge einer akuten Erkrankung war er die letzten drei Wochen im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda, wo er kurz nach Mitternacht am 7. Februar, kurz vor seinem 88. Geburtstag, sein Leben Gott zurückgegeben hat.

Pater Petrus Willibald Espe
† 17. Januar 2017 in Fulda

Bruder Petrus Espe wurde geboren als Sohn der Eheleute Hans und Ida, geborene Nestel, und wuchs mit zwei Geschwistern auf. In der Taufe erhielt er den Namen Willibald. Nach dem Besuch der Volksschule spürte er den Wunsch, Priester zu werden, und konnte auf der Spätberufenenschule der Thüringischen Franziskanerprovinz Fulda – zunächst in Riedlingen/Donau, dann in Hadamar/Ww. – die Voraussetzung für den Eintritt in den Franziskanerorden schaffen.

Mit dem Noviziat in Salmünster (1954-1955) begann er die Ausbildung im Orden, die ihn danach zum Philosophiestudium nach Sigmaringen-Gorheim und zum Theologiestudium nach Fulda führte. Die Feierliche Profess legte er in Fulda (1958) ab und empfing die Priesterweihe (1960) durch Bischof Dr. Adolf Bolte in der Frauenbergkirche in Fulda.

In seinem etwa fünfzigjährigen pastoralen Wirken war er in Rastatt als Kaplan, in Gorheim, Wangen im Allgäu und Kelkheim am Taunus als Seelsorger sowie zehn Jahre in Sigmaringen-Schmeien als Kaplan tätig. Später war er Krankenhausseelsorger in Rottweil. Als Mitglied der Konvente Fulda und Kelkheim begleitete er Gruppen der Franziskanischen Gemeinschaft. Mit zunehmendem Alter und mit gesundheitlichen Beschwernissen konnte er schließlich noch mehr als fünfzehn Jahre als Seelsorger im Altenheim Ebersteinburg / Baden-Baden der Niederbronner Schwestern wirken.

Ein wichtiges Anliegen war für ihn die Sorge für körperbehinderte Menschen. Von Sigmaringen aus gründete er in Rohrdorf bei Meßkirch und später in Wildpoltsweiler im Kreis Ravensburg zwei Aufnahmemöglichkeiten für jüngere und ältere Personen, die damals eher auf sich alleine angewiesen waren.

Pater Petrus konnte sich in späteren Jahren nicht immer voll einbringen und hat sich – versöhnt mit dieser persönlichen Begrenzung – nach Kräften eingesetzt.

Im Sommer 2013 fand er Aufnahme und Pflege im Hedwigstift der Barmherzigen Schwestern (Vinzentinerinnen) in Fulda-Horas, wo er nach längerer Krankenzeit sein Leben in die Hände Gottes zurückgegeben hat.

Pater Dietrich Otto Deck
† 8. November 2016 in Fulda

Bruder Dietrich wurde am 31. März 1918 in Mörsch bei Karlsruhe geboren. Seine Eltern hießen Florian Deck und Anna, geb. Keller.

Im Februar 1940 meldet sich Dietrich Deck als Postulant bei den Franziskanern. Er will Priester werden. Jedoch im April schon muss er zur Wehrmacht. Im September 1945 klopft er erneut an die Klosterpforte auf dem Frauenberg in Fulda. Ab April 1946 kann Dietrich mit anderen vom Krieg heimgekehrten Brüdern in Salmünster das Noviziat beginnen. In den folgenden Jahren studiert er auf dem Frauenberg und in Sigmaringen/Gorheim Philosophie, Theologie und Pastoral. 1951 empfängt er durch Bischof Dr. Johannes Dietz in Fulda die Priesterweihe.

Er wirkt als Seelsorger zunächst in Rastatt, 1952 in Riedlingen, 1956 Kloster Frauenberg, 1957 Hofheim, in Ulm 1961-1970, Salmünster 1970 – 1988, Sigmaringen/Gorheim 1988, Rastatt 2000. 2008 zieht er in die Alten- und Pflegestation des Frauenbergs und 2016 in die Seniorenkommunität, die im Theresienheim in Fulda in einem Haus der Vinzentinerinnen eröffnet wurde.

Bruder Dietrich Deck war ein arbeitsfreudiger Franziskaner, freundlich, aufgeschlossen, konsequent. Junge Menschen sprach er direkt an, ob diese den Priesterberuf und den Ordensstand wählen könnten. Er rief das St. Antoniuswerk für Priester- und Ordensberufe ins Leben. Viele Beter und Spender konnte er gewinnen. Dieses Werk wird bis heute von Brüdern der Provinz weitergeführt.

Den Auferstehungsgottesdienst feiern wir am Montag, dem 14. November 2016, um 10:30 Uhr in der Frauenbergkirche in Fulda. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof.

Bruder Rudolf Schiele
† 3. September 2016 in Füssen.

Am Dreikönigstag 1928 wurde in Bollstadt bei Nördlingen den Eheleuten Albert und Franziska Schiele ein Sohn geboren, den sie auf den Namen Michael taufen ließen. Von den acht Kindern der Familie Schiele blieb er der einzige Junge – mit sieben Schwestern. Seine Eltern betrieben eine kleine Landwirtschaft und hätten es schon gerne gesehen, wenn ihr Sohn diese weitergeführt hätte.

Aber – wie zwei seiner Schwestern – wählte Michael einen anderen Weg, als er am 31. März 1958 in Fulda bei den Franziskanern um Aufnahme bat. Am 19. März 1959 wurde er von seinem Magister Bruder Placidus Brezler „eingekleidet zum III. Orden“. Als „ehemaliger Landwirt“ übernahm er von 1958 bis 1962 die Aufgabe des Stallmeisters auf dem Fuldaer Frauenberg, von 1962 bis 1967 die gleiche Tätigkeit in Watersleyde, und von 1967 bis 1989 noch einmal in Fulda. Bis zu 25 Schweine und einige Kühe gab es zu versorgen – und bis zuletzt leuchteten seine Augen, wenn man auf die Tiere und den Stall zu sprechen kam.

Daneben arbeitete Bruder Rudolf immer auch in Garten und Küche mit, und so haben wir uns damals im Noviziat in Fulda immer schon gewundert, wenn er zum Stundengebet kam, nie nach Stall gerochen hat. 1989 wurden die Tiere in Fulda abgeschafft und Bruder Rudolf bekam für die nächsten zwölf Jahre in Fulda als Aufgabenfeld „Küchenhilfe und Geländepflege“ zugewiesen. Im Jahr 2001 zog Bruder Rudolf dann nach Wangen um, um hier seinen Lebensabend zu verbringen. Bruder Rudolf hatte kein leichtes Leben, nahm überall den letzten Platz ein, hoffte viel auf Gottes Barmherzigkeit, derer er sich kaum würdig fand. „Heilig werden“ und „die Dämonen besiegen“, das – sagte er immer – ist uns aufgegeben, und: „das ist schwer, weil wir so verweltlicht sind“.

Bis vor wenigen Monaten deckte er den Tisch, nahm täglich an der Heiligen Messe teil, und verbrachte ansonsten den größten Teil seiner Zeit mit Lesen und Schreiben. Keine Tages- und keine Kirchenzeitung, die er nicht las, und dazu jedes „fromme Büchlein“, an das er kommen konnte. Er betete viel, verehrte die Gottesmutter, hatte immer seinen Rosenkranz griffbereit; den hielt er auch noch fest, als er zuletzt nicht mehr sprechen und sich bewegen konnte. Und er schrieb! Unendlich viele kleine Karteikärtchen beschriftete er mit Gebeten und Zitaten. Er tat dies mit fehlerfreier und schöner Schrift. Auf unliniertem Papier zog er die Linien. Sein letztes „Kärtchen“ ist die Rückseite eines halbierten Überweisungsscheins, auf den er schrieb: „Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; sie werden gesättigt. – Mit aller himmlischen und irdischen Segensfülle segne dich durch die Fürbitte der Gottesmutter Maria, aller Engel und Heiligen Gott, der Vater, und der Sohn und der Heilige Geist.“ Das Vermächtnis dieses einfachen, bescheidenen Bruders an uns.

Pater Hansjörg Gremmelspacher
† 13. August 2016 in Sießen.

Hansjörg kam am 8. Dezember 1935 als erster von zwei Söhnen des Kaufmanns Johann Gremmelspacher und seiner Ehefrau Berta, geb. Ritter, in Freiburg im Breisgau zur Welt. Dort legte im Frühjahr 1956 die Reifeprüfung im altsprachlichen Berthold-Gymnasium ab und begann eine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Gemeinde- und Kreisverwaltungsdienst bei der Stadt Freiburg. Nach Ablegung der Prüfungen 1959 wurde er vom Sozial- zum Ausgleichsamt versetzt und 1963 ins Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen. Aus dem anfänglichen „Stadtinspektorenanwärter“ wurde nach und nach der „Stadtoberamtmann“ Hansjörg Gremmelspacher.

Trotz dieser gesicherten Karriere kündigte er im 45. Lebensjahr das Beamtenverhältnis auf, verzichtete auf alles – ein für ihn unglaublich mutiger und einschneidender Schritt – und begann im September 1980 das Noviziat im Franziskanerkloster Frauenberg in Fulda. Ein Jahr später nahm er an der Universität Freiburg das Theologiestudium auf. Nach erfolgreichem Diplomabschluss wurde er am 15. Mai 1988 von Erzbischof Dr. Oskar Saier im Freiburger Münster zum Priester geweiht. Von 1988 bis 19595 übernahm Hansjörg den Dienst des „Umgebungs- und Beicht-Seelsorgers“ in Wangen und von 1995 bis 2000 im Freiburger Kloster.

Es folgten vier Jahre als Schwesternseelsorger in Thuine, bis er 2004 mit demselben Auftrag zu den Franziskanerinnen nach Sießen wechselte. Im täglichen Gottesdienst, in Gesprächen und durch das Beichtsakrament, in Besuchen und Ermunterungen für kranke und alte Schwestern war er da – treu und zuvorkommend, bescheiden und höflich. Höflich und rücksichtsvoll in einer Art, die einzigartig war, das Charakteristikum seiner Persönlichkeit!

Die letzten Wochen und Monate war er gezeichnet von seiner Krebserkrankung und er empfand tiefe Dankbarkeit, dass er aus seinem Zimmer im Haus St. Franziskus in den Pflegebereich des Hauses St. Klara umziehen konnte und dort liebevolle Pflege empfing, getragen von ganz viel Verbundenheit und Wohlwollen der Schwestern. Hansjörg war auf den Übergang ins ewige Leben vorbereitet, er wartete zuletzt sogar sehnsüchtig darauf: „Die Fahrkarte haben wir ja schon“, sagte er lächelnd vor zwei Tagen, und: „Der Weg ist schwer, aber das Ziel ist schön.“

Er empfing Bruder Tod ruhig und versöhnt in den frühen Morgenstunden des 13. August, im Beisein „seiner“ Schwestern… Und sein häufigstes Stoßgebet „Herr, gib Kraft!“ fand so auch hier Erhörung.

Bruder Tharzisius Kruber
† 12. August 2016 in Dortmund.

Helmuth Kruber wurde am 4. Juli 1934 in Breslau geboren. Schon früh verlor er seine Mutter, so dass er 1939 mit zwei seiner Geschwister in ein Breslauer Kinderheim kam. Von 1943 bis zur Vertreibung im August 1946 war das schlesische Wartha die nächste Station. Nach Aufenthalten in mehreren Kinderheimen und Schulabschluss in Nordrhein-Westfalen fand er mit 14 Jahren auf einem Bauernhof, dessen Besitzer sein Vormund wurde, ein neues Zuhause. Hier half er mit in der Landwirtschaft, bis er den Provinzial in Werl um Aufnahme in den Franziskanerorden bat.

Bei der Einkleidung am 7. September 1956 in Werl erhielt er den Ordensnamen Tharzisius. Nach dem Noviziat in St. Ludwig (Vlodrop / Niederlande) und weiteren Probejahren band er sich am 12. September 1963 im Franziskanerkloster Münster in der Feierlichen Profess endgültig an den Orden.

Weitere Stationen seines Ordenslebens waren die Franziskanerklöster Rietberg, Attendorn und Warendorf. In allen Häusern wurden ihm Sakristei- und Pförtnerdienste anvertraut, die er gewissenhaft ausübte; ebenso war er immer zur Mitarbeit in Küche und Wäscherei bereit.

Als seine gesundheitlichen Kräfte nachließen, zog er in Warendorf auf die Krankenstation und von dort 2006 in das Bruder-Jordan-Haus in Dortmund. Hier plante er am 7. September sein Diamantenes Ordensjubiläum zu feiern, um Gott und der Bruderschaft Dank zu sagen. Aber Bruder Tod holte ihn plötzlich und unerwartet in den Mittagstunden des 12. August heim. Wir sind dankbar für Bruder Tharzisius und vertrauen ihn Gottes Erbarmen und Güte an.

Bruder Martin Zeißner
† 6. August 2016 in Vierzehnheiligen

Martin Zeißner wurde am 26. August 1930 als zweiter Sohn des Landwirts Leo Zeißner und seiner Frau Anna, geb. Göbel in Wülfershausen in Unterfranken geboren.

Nach dem Abschluss der Volksschule und dem Besuch der landwirtschaftlichen Berufsschule arbeitete er auf dem elterlichen Hof, den er nach dem Tod seiner Eltern allein weiterführte. Wegen der angespannten Lage in der Landwirtschaft ließ sich Martin 1969 zum Maurer umschulen.

Im März 1967 meldete er sich als Kandidat im Kloster Altstadt bei Hammelburg, wo er gleich in der Küche aushelfen durfte. Am 14. Januar 1971 wurde er in Hammelburg von Bruder Definitor Pius Pfaller eingekleidet und als Gärtnernovize ins Noviziat auf den Frauenberg nach Fulda geschickt, wo er ein Jahr später in die Hände seines Provinzials Moritz Steinheimer die Profess ablegte.

Sein sehnlichster Wunsch war es von Anfang an, in die Mission nach Bolivien zu gehen. Am 14. November 1972 wurde er in das Missionsgebiet in Bolivien ausgesandt, musste aber aufgrund einer schweren Erkrankung bereits einen Monat später in die bayerische Heimat zurückkehren.

Als Gärtner blieb er nach der Genesung in Hammelburg. Im September 1973 suchte man in Dettelbach einen Koch zur Aushilfe und Bruder Martin war bereit dazu. Mitte Mai 1974 wechselte er als Gärtner nach Landshut, wo er fünf Jahre treu arbeitete. Bis 1988 durchlief Bruder Martin etliche Klöster, leistete dann von München St. Anna aus viele Aushilfen und kümmerte sich ansonsten eifrig um den dortigen Klostergarten. Zum 1. September 1998 zog er nach Gößweinstein um, wo er gute fünf Jahre im Garten und in der Küche aushalf. Ein Schlaganfall während seines Urlaubs daheim zwang ihn zu einem längeren Krankenhausaufenthalt. Bald danach zog er im Januar 2004 nach München St. Anna um, wo er in der Seniorenstation Aufnahme fand. Am 1. Februar 2008 zog Bruder Martin auf eigenen Wunsch in die Pflegestation der Franziskusschwestern nach Vierzehnheiligen um. Am 30. Juli 2016 wurde er wegen Verdacht auf einen Schlaganfall ins Klinikum Lichtenfels eingeliefert. Dort ist er am 6. August verstorben.

Pater Hermann Even
† 6. Juni 2016 in Dortmund

Hermann Even wurde am 14. April 1938 als fünftes Kind der Eheleute Johannes und Elisabeth Even, geb. Zumbrock, in Lichtenau-Henglarn geboren. Er wuchs im Kreis von sechs Geschwistern auf. Nach dem Abitur in St. Ludwig (Vlodrop, Niederlande) trat er 1960 in Rietberg in den Franziskanerorden ein. Von 1961 bis 1967 studierte er Philosophie und Theologie in Warendorf, Münster und Paderborn. Nachdem er am 28. April 1964 die Feierliche Profess abgelegt hatte, weihte ihn Erzbischof Lorenz Jäger am 22. Juli 1966 im Paderborner Dom zum Priester.

Nach einem Pastoralpraktikum in Dortmund und Köln begann er 1968 sein seelsorgliches Wirken im Franziskanerkloster Werl als Religionslehrer und Mitarbeiter im Exerzitienhaus wie auch in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Diözesanverband Paderborn. Ab 1973 wurde die KAB-Tätigkeit seine Hauptaufgabe, zunächst von Werl aus und ab 1995 vom Paderborner Kloster. Während dieser Zeit war die Begleitung von Kursen in der KAB-Bildungsstätte in Körbecke ein Schwerpunkt seiner Arbeit. Regelmäßig begleitete er Studienfahrten und Wallfahrten der KAB in zahlreiche Länder. Später organisierte er selbständig Pilgerreisen nach Rom und Studienfahrten nach Skandinavien. Als kompetenter Reiseleiter wurde er von Pilgern und Teilnehmern geschätzt. Vielen ist er in guter Erinnerung geblieben. Sein Engagement für die KAB brachte ihm besondere Freude und Erfüllung. Über viele Jahre war er auch im Franziskus-Haus Werl als geistlicher Begleiter der MännerGebetswache für den Frieden tätig. Er war für die Männer ansprechbar und hatte ein offenes Ohr für ihre Lebensfragen. 2001 übernahm er das Amt des Hausgeistlichen im St. Vincenz-Altenzentrum in Paderborn, bis er im Februar 2012 aufgrund nachlassender Gesundheit in das Bruder-Jordan-Haus nach Dortmund umziehen musste. Hier verstarb er friedlich nach längerer Krankheit in den Morgenstunden des 6. Juni 2016. Mit seinen Angehörigen trauern wir um einen humorvollen, stillen und liebenswürdigen Mitbruder.

P. Ernst Fischer
† 1. Juni 2016 in Wangen

Ernst Fischer wurde am 2. Januar 1951 als einziges Kind des Amtsrichters Franz Fischer und seiner Ehefrau Maria in Amberg geboren. Ernst war erst acht Jahre alt, als seine Mutter starb. Nach der Volksschule in seiner Heimatstadt kam er in das Klosterseminar Metten, wo er bei den Benediktinern das humanistische Gymnasium besuchte und 1970 mit dem Abitur abschloss.

Ganz in den Fußstapfen seines Vaters studierte er zunächst Jura, entschloss sich aber nach erstem Staatsexamen und dem Vorbereitungsdienst für Rechtsreferendare, in Regensburg Theologie zu studieren mit dem Ziel, Diözesanpriester zu werden. Nach dem Erwerb des Diploms in katholischer Theologie und einem Pastoralpraktikum in Deggendorf St. Martin bewarb er sich 1986 um Aufnahme in die Bayerische Franziskanerprovinz. Als Kandidat half er in der Seelsorge im Krankenhaus Bad Tölz mit und kam nach seinem Noviziat als Pastoralassistent nach München St. Anna. 1991 nahm dort Provinzial Heinrich Fürst seine Feierliche Profess entgegen.

Nach seiner Priesterweihe 1992 auf dem Mariahilfberg in Amberg kam Ernst für drei Jahre als Krankenhausseelsorger nach Eggenfelden. Ab 1995 war er neun Jahre Spiritual der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen und Vikar in der dortigen Brüdergemeinschaft. Zwei Jahre Krankenhausseelsorge in Füssen und ein Jahr in München folgten, bevor er 2007 wieder nach Vierzehnheiligen ging als Wallfahrtsseelsorger.

Von 2013 bis 2015 arbeitete Ernst als Seelsorger im St.-Vincenz-Krankenhaus in Paderborn. Ab Oktober 2015 lebte Ernst im Wangener Klösterle und übernahm die Aufgabe des Pfarrvikars in der Seelsorgeeinheit Wangen. Er tat dies gerne und mit viel Engagement und brachte sich auch ganz in das Leben der Gemeinschaft und ihrer vielen mitlebenden Gäste ein.

Die letzten Stunden vor seinem plötzlichen Tod während der Nacht verbrachten wir – als ganze Gemeinschaft eingeladen – in froher Runde bei einem Festmahl und einem von ihm als „göttlich“ eingestuften Frankenwein. Niemand von uns konnte ahnen, dass dieses fröhliche Fest für ihn Vorspeise für das himmlische Festmahl wurde: Welch ein wunderbarer „Hinübergang“ für ihn, welch eine Fassungslosigkeit bei uns …

Bruder Georg (Horst) Reis
† 14. April 2016 in Dorsten

1956 bat er um Aufnahme in die damalige Kölnische Franziskanerprovinz. Nach dem Postulat wurde er am 31. März 1957 als Tertiarnovize eingekleidet und erhielt den Ordensnamen „Georg“. Am 24. Juli 1963 legte er in Mönchengladbach die Feierliche Profess ab und band sich damit endgültig an den Orden.

Die längste Zeit seines Ordenslebens verbrachte Br. Georg als Missionar in Taiwan, von 1965 bis 1998. Taiwan war ihm zu einer zweiten Heimat geworden. Dort arbeitete er zunächst in seinem erlernten Beruf als Maurer und leitete nach einer Zusatzausbildung an der Technikerschule in Alsfeld, zu der er nach Deutschland zurückgekehrt war, die Durchführung von Bauarbeiten. Außerdem war er als Deutschlehrer an dem Wentzao-Kolleg in Kaohsiung tätig. Bis zu seinem Lebensende hielt er engen Kontakt zu Freunden, Bekannten und ehemaligen Schülerinnen und Schülern. Noch im Herbst letzten Jahres verbrachte er zwei Monate auf Taiwan.

Nach der Rückkehr aus der Mission 1998 arbeitete Bruder Georg als Pförtner und Küster im Wallfahrtskloster Neviges, bis er 2010 mit 75 Jahren nach Dorsten versetzt wurde, wo er seinen Ruhestand genießen konnte.

Vor einem Jahr wurde ein Nierentumor bei ihm festgestellt und entfernt. Langsam aber stetig wuchs der Tumor jedoch weiter. Die letzten Monate musste Bruder Georg viel leiden. Er starb in der Nacht vom 13. auf den 14. April 2016 im Prosper-Hospital Recklinghausen. Jetzt ist er von allem Leiden erlöst.

P. Heinrich (Helmut) Metzler
† 19. März 2016 in Fulda

Helmut Metzler wurde am 25. März 1926 in Magdlos bei Flieden als Sohn der Eheleute Adolf Metzler und Auguste, geb. Krebs, geboren. Mit 19 Jahren trat er in den Franziskanerorden ein und erhielt den Ordensnamen Heinrich. Von 1945 bis 1952 war er in verschiedenen Klöstern der damaligen Thüringischen Ordensprovinz im Garten, in der Sakristei und an der Pforte tätig.

Nach der Feierlichen Profess 1952 wurde er in die Mission nach Japan entsandt. Dort konnte er etwa 30 Jahre als Katechet für die Taufbewerber wirken. 1981 erhielt er die Erlaubnis, an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Franziskaner in Schwaz (Tirol) das Theologiestudium zu absolvieren. Nach bestandenem Examen erhielt er an seinem 60. Geburtstag in Tokio von Erzbischof Petrus Shirayanagi die Priesterweihe.

Damit hatte sich für Bruder Heinrich ein Lebenstraum erfüllt. Nach zweijähriger Kaplanszeit wirkte er zwei Jahre als Pfarrer in Runioi und dann 20 Jahre als Pfarrer in Esashi. Im Juli 2010 kehrte er gesundheitlich geschwächt nach Deutschland zurück und wurde in die Krankenstation auf dem Frauenberg aufgenommen. Dort konnte er 2011 seinen 85. Geburtstag und sein 25jähriges Priesterjubiläum feiern. Eine notwendige intensivere Pflege machte die Übersiedlung in das Schwesternaltenheim der Barmherzigen Schwestern (Vinzentinerinnen) in Fulda erforderlich. Wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag gab er dort sein Leben in die Hand Gottes zurück, den er in seinen Katecheten- und Priesterjahren den Menschen als den gütigen Vater verkündet hatte.

Auch nach seiner Heimkehr nach Deutschland unterhielt er regen Briefkontakt mit vielen Menschen in Japan, vornehmlich mit denen, die er als Katechet in den Glauben eingeführt und als Priester begleitet hatte. Kaum eine Woche verging, ohne dass er einen oder mehrere Briefe auf die Reise schickte. Auch aus Japan kamen immer wieder Briefe, mehrmals auch persönliche Besuche von ehemaligen Pfarreiangehörigen von Bruder Heinrich.

P. Gereon (Klaus) Kübel
† 28. Februar 2016 in Leimbach-Adorferhof

Klaus Kübel wurde am 20. Dezember 1933 in Brühl geboren. Mit 15 Jahren wurde er Mitglied der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Wie er in seinem Lebenslauf bekundet, erwachte in ihm bei den Fahrten und Lagern der Pfadfinder die Liebe zur Natur und zu den Idealen des hl. Franziskus.

Nach dem Abitur am Emil-Fischer-Gymnasium in Euskirchen trat er am 19. April 1955 in die damalige Kölnische Franziskanerprovinz ein und erhielt bei der Einkleidung den Ordensnamen „Gereon“. Am 20. April 1959 legte er in Mönchengladbach seine Ewige Profess ab. Am 2. September 1962 wurde er in Mönchengladbach von Weihbischof Hünermann zum Priester geweiht.

Nach einem Zusatzstudium an der Pädagogischen Hochschule Köln war er von 1967 bis 1996 Lehrer am Franziskus-Gymnasium in Vossenack. Während seiner Zeit in Vossenack war er auch Magister der Postulanten und Junioren der Kölnischen Franziskanerprovinz.

Nach seiner Pensionierung als Lehrer verbrachte er zunächst ein Jahr als Eremit in Adorferhof und war dann von 1998 bis 2002 als Wallfahrtsseelsorger in Neviges tätig. Ab April 2002 zog er sich ganz als Eremit in die Klause Adorferhof zurück.

Dort verstarb er friedlich am Abend des 28. Februar 2016. Sein Grab ist auf der Grabstätte der Franziskaner in Vossenack.

P. Hubert Nophut
† 3. Februar 2016 in Castrop-Rauxel

Hubert Nophut wurde am 5. September 1915 in Menden geboren. Nach dem Abitur im Kolleg St. Ludwig in Vlodrop (Niederlande) wurde er am 23. April 1936 in Warendorf als Novize in die damalige Sächsische Franziskanerprovinz aufgenommen. Am 2. Juni 1942 legte er in Paderborn der feierliche Profess ab und am 28. Februar 1943 wurde er in Paderborn von Erzbischof Lorenz Jäger zum Priester geweiht. Seine ersten Erfahrungen in der Kloster- und Pfarrseelsorge machte er in Recklinghausen, Paderborn, Hagen und Werl. In Werl kümmerte er sich in den Jahren 1948 – 1953 insbesondere um die Heimatvertriebenen und richtete einen Flüchtlingskindergarten ein; von 1957 bis 1961 war er Heim- und Lagerseelsorger in Recklinghausen. Am 1. September 1961 wurde er zum hauptamtlichen Militärseelsorger für den Standort Kiel ernannt. 1970 zog er von Kiel nach Castrop-Rauxel um, wo er bis 1988 als Gefängnisseelsorger arbeitete und gleichzeitig als Subsidiar an der Franziskuskirche in Castrop-Rauxel-Schwerin tätig war. Für seine Verdienste wurde ihm 1976 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ab 1993 war er Subsidiar an der St.-Josefs-Kirche in Castrop-Rauxel-Habinghorst und Seelsorger im Altenheim St. Josef. Schon als Kind hatte P. Hubert den Wunsch, in die Mission zu gehen. Dieser Wunsch ging zwar nicht in Erfüllung, jedoch hat P. Hubert die Mission der deutschen Franziskaner insbesondere in Afrika und in Brasilien nach Kräften unterstützt. Für jede Aufgabe die ihm gestellt wurde, entwickelte er Liebe und Leidenschaft und war immer mit ganzem Herzen dabei. Seine Gott und den Menschen zugewandte Art machte ihn zum Ratgeber, Ansprechpartner und Freund vieler, die ihn schmerzlich vermissen werden.

P. Gero (Franz) Kotschy
† 29. Januar 2016 in Meiningen

Franz Kotschy wurde als zweites von acht Kindern am 16. Februar 1936 in Unterlangendorf bei Sternberg in Mähren (heute Tschechien, Erzdiözese Olmütz) geboren. Seine Eltern Alois und Anna Kotschy versorgten dort einen landwirtschaftlichen Betrieb. Zunächst besuchte er im Heimatdorf ab 1942 die Volksschule. Im Oktober 1946 wurde die Familie nach Westdeutschland ausgewiesen und als Heimatvertriebene mit einem Flüchtlingstransport nach Miltenberg gebracht. Dort vollendete Franz nach einigen kriegsbedingten Unterbrechungen im Juli 1949 seine Volksschuljahre. Im September 1949 kam er nach Freystadt in das Vorbereitungsseminar der Franziskaner und wechselte ein Schuljahr später nach Bamberg St. Jakob, von wo aus er das Gymnasium besuchte und im Juli 1958 in Hammelburg mit der Abiturprüfung abschloss.

Am 7. September 1958 wurde er in Dietfurt als Novize in die Bayerische Franziskanerprovinz aufgenommen und erhielt den Ordensnamen „Gero“.
Ein Jahr später kam er zum Studium der Philosophie und Theologie an die ordenseigene Hochschule in München St. Anna. Provinzial Tharsicius Sibold nahm am
9. September 1962 in Bamberg St. Jakob seine Feierliche Profess entgegen. Weihbischof Johannes Neuhäusler weihte ihn am 29. Juli 1963 in München St. Gabriel zum Diakon und am 9. August 1964 zum Priester. Nach dem Pastoraljahr in München St. Anna half er von März bis August 1966 als Stationär im Kloster Altstadt in Hammelburg aus, bevor er für ein Jahr als Prediger und Beichtvater nach Ingolstadt versetzt wurde. Von September 1967 bis August 1971 war er Kaplan und Drittordensdirektor in Klosterlechfeld. Anschließend wurde er acht Jahre als Wallfahrtsseelsorger und Religionslehrer in Dettelbach eingesetzt. Weitere Stationen seines Ordenslebens waren: Eggenfelden (1979 bis 1980), München St. Anna zur Mitarbeit in der Bibliothek (1980 bis 1985), Beichtvater und Assistent der Franziskanischen Gemeinschaft in Ingolstadt (1985 bis 1992) und Wallfahrtsseelsorger in Neukirchen Hl. Blut (1992 bis 2003). Seit Januar 2003 gehörte P. Gero als Wallfahrtsseelsorger zur Kommunität des Klosters Kreuzberg, wo er sich insbesondere als Beichtvater einsetzte. Er verstarb am 29. Januar 2016 im Krankenhaus in Meiningen.

Br. Jakobus (Theodor) Jansen
† 25. Januar 2016 in Dortmund

Am 13. Juli 1932 wurde Bruder Jakobus als Sohn der Eheleute Jakob Jansen und Frieda, geb. Rofall, in Hückelhoven-Ratheim geboren und erhielt in der Taufe den Namen Theodor. Nach dem Schulabschluss begann er eine landwirtschaftliche Ausbildung und übernahm anschließend die Leitung des Hofes seiner ledigen Tanten. Gleichzeitig verstärkte sich in ihm der Wunsch, Franziskaner zu werden. Dieser Wunsch erfüllte sich 1961 mit der Aufnahme in den Franziskanerorden, an den er sich am Fest der Heiligen Drei Könige, dem 6. Januar 1968, in der Feierlichen Profess endgültig band.

Stationen seines Ordenslebens waren Exaten (Niederlande), Mönchengladbach und das Apollinariskloster in Remagen, wo er über 30 Jahre mit Freude als Gärtner den großen Garten pflegte. Als 1990 beim alljährlichen Blumenschmuckwettbewerb der Stadt Remagen das Apollinariskloster zu den Preisträgern zählte, war das für alle eine große Freude.

In einem kurzen Rückblich auf sein Leben schreibt Br. Jakobus: „Besonders wichtig war es mir, für die Pilger, die zur Verehrung der Reliquien des hl. Apollinaris in unsere Klosterkirche kamen, als Ansprechpartner Zeit zu haben. Ich kann von mir sagen, dass ich vielseitig verwendbar war, u. a. als Küster und Koch.“
Ende des Jahres 2006 verließen die Franziskaner Kloster und Kirche in Remagen, und so musste auch Br. Jakobus nach vielen Jahren schweren Herzens Abschied nehmen. Er wurde zum Franziskanerkloster Düsseldorf versetzt, um dort bei den verschiedensten Aufgaben mitzuarbeiten. Wegen der geplanten Auflösung des Klosters kam er schließlich im August 2013 in das Franziskanerkloster nach Dortmund.

Hier erkrankte er im letzten Jahr schwer und musste nach mehrmonatigem Leiden am 22. Januar 2016 in das benachbarte Hospiz am Bruder-Jordan-Haus verlegt werden, wo er in den Abendstunden des 25. Januar 2016 nach einem erfüllten Leben friedlich verstarb.

Wir sind dankbar für seine treuen Dienste, die er über 55 Jahre in unseren Klöstern leistete, und behalten ihn als hilfsbereiten Mitbruder in guter Erinnerung.

P. Rudolf (Theodor) Klapheck
† 13. Januar 2016 in Damme

Theodor Klapheck wurde am 29. April 1931 in Dorsten geboren; er wuchs im Kreis von sieben Geschwistern auf. Wie zwei seiner Brüder entschloss auch er sich, Franziskaner zu werden. Am 19. April 1951 wurde er als Novize mit dem Ordensnamen „Rudolf“ in Rietberg in den Orden aufgenommen. Nachdem er am 20. April 1955 die Feierliche Profess abgelegt hatte, weihte ihn Erzbischof Lorenz Jäger am 5. Juni 1957 im Paderborner Dom zum Priester. Die Stätte seines ersten seelsorglichen Wirkens war das Kloster und die Pfarrei Christ-König in Bochum. Von dort wurde er 1964 nach Hamburg in das Kloster an der Sedanstraße versetzt, wo er nach einem Zusatzstudium in Soziologie und Erziehungswissenschaften die Leitung des Franziskus-Kollegs, eines internationalen katholischen Hauses für Studierende, übernahm. Zeitweise war er während dieser Zeit in Hamburg auch Studentenpfarrer und als Definitor Mitglied der Leitung der damaligen Sächsischen Franziskanerprovinz. Diese Zeit in Hamburg mit dem Engagement für junge Menschen aus der ganzen Welt brachte ihm besondere Freude und Erfüllung. 1986 wurde er von Hamburg als Guardian nach Warendorf versetzt. Danach übernahm er von 1992 bis 2001 als Pfarrer die St. Antoniusgemeinde in Hannover-Kleefeld. Ab August 2001 arbeitete er als Seelsorger im Umfeld des Klosters in Steinfeld-Mühlen, bis er Anfang 2014 aufgrund gesundheitlicher Probleme in das Pflegeheim Maria Rast in Damme umzog. Mit Pater Rudolf haben wir einen Menschen verloren, der als Franziskaner und als Priester den ihm anvertrauten Menschen von ganzem Herzen zugetan war.

P. Herbert (Josef) Bollmann
† 5. Dezember 2015 in Dortmund

Am 20. Januar 1939 wurde Pater Herbert in Glandorf geboren. Im Kreis von acht Geschwistern wuchs er auf. Nach seiner Gymnasialzeit im Kolleg St. Ludwig (Niederlande) begann er am 15. April 1959 das Noviziat in Rietberg. Die philosophisch-theologischen Studien absolvierte er in Warendorf und Paderborn, wo er am 22. Juli 1965 im Hohen Dom durch Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger zum Priester geweiht wurde. Als Priester und graduierter Sozialarbeiter engagierte er sich viele Jahre in der Campingseelsorge im Sauerland und später als Gefängnisseelsorger in Attendorn und Siegen. Während dieser Jahre gehörte er die meiste Zeit zum Franziskanerkloster Dortmund. Nach seiner Pensionierung wirkte er zunächst als Seelsorger im Franziskanerkloster Dorsten. Im Jahr 2009 wechselte er in unsere Gemeinschaft nach Köln-Vingst und wirkte für ein Jahr in der Obdachlosenseelsorge im Stadtdekanat Köln mit. Danach wurde er zum Subsidiar in der Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth in Köln-Höhenberg / Vingst ernannt. Nach mehrmonatiger schwerer Erkrankung kam er am 26. November 2015 in das Bruder-Jordan-Haus nach Dortmund, wo er in den Mittagsstunden des 5. Dezember 2015 nach einem erfüllten Leben friedlich verstarb. Im Sommer dieses Jahres verfasste P. Herbert einen Text für die „Schatzkiste“, die anlässlich des Jahres der Orden durch unsere Ordensprovinz wanderte und in welche die Brüder Zeichen und Zeugnisse hineinlegen konnten für all das, was in ihrem Ordensleben kostbar ist. P. Herbert schrieb Folgendes zu der Frage nach seinem „Schatz“:

Nach meinem persönlichen Schatz brauche ich nicht lange zu suchen. Es ist der Glaube als unentbehrlicher Lebensbegleiter. Gerade gegenwärtig, wo man „in die Jahre gekommen ist“, wo die Tage kürzer werden und die Jahre allmählich absehbar sind, erhält mein persönlicher Glaube einen sehr großen Stellenwert. Er schenkt mir Hoffnung auf das Kommende, auf die Zukunft, die noch ganz offen ist, und Orientierungshilfen für den Alltag. Der Glaube ist mein bester Lebensbegleiter. Er ist mein größter Schatz.

Wir Franziskaner trauern mit seinen Angehörigen um einen engagierten Mitbruder. Möge der gute Gott, dem er 50 Jahre a