13.03.2017

Brief von Nuntius Nikola Eterovic zur Aktionskonferenz „Stoppt den Waffenhandel“

Apostolischer Nuntius ermutigt die Teilnehmer der Aktionskonferenz „Stoppt den Waffenhandel“

Bruder Jürgen schaut sich ein Maschinengewehr aus der Nähe an. Maschinengewehre gehören zu den Waffexportartikeln in die umstrittenen Kriegsgebiete. Bild von Bruder Jürgen Neitzert.

Die Teilnehmer der Aktionskonferenz „Stoppt den Waffenhandel!“, vom 3 bis 4. März in Frankfurt forderte in ihrer „Frankfurter Erklärung“ die Bundesregierung und die Abgeordneten auf, den Weg frei zu machen, für ein grundsätzliches Verbot der Ausfuhr von Kriegswaffen und Rüstungsgütern.

In seinem Grußwort an die Teilnehmer der Aktionskonferenz nimmt Erzbischof Nikola Eterovic Bezug auf die Kernbotschaft der Bergpredigt und ermutigt die Teilnehmer der Aktionskonferenz und ihr Engagement um Frieden und Dialog.

Das Grußwort von Nuntius Nikola im Wortlaut

Verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Aktionskonferenz,

„Eine Welt, die durch Gewalt, Kriege, Armut, Hunger und Terror geschüttelt ist braucht glaubwürdige Zeugen für die Botschaft des Evangeliums. Schon mehrmals äußerte Papst Franziskus seine Sorgen, angesichts der wachsenden Gewaltbereitschaft und der um sich greifenden Kriege. “ Wir erleben „einen dritten Weltkrieg in Abschnitten!“

In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag im Januar 2017 erinnerte der Papst daran, dass jeder Mensch in sich Gewalt trägt. „Wer aber die Frohe Botschaft Jesu annimmt, weiß daher die Gewalt, die er in sich trägt zu erkennen und lässt sich von der Barmherzigkeit Gottes heilen. Dabei verweist er besonders an seinen Namenspatron Franziskus von Assisi. „Wenn ihr mit dem Mund den Frieden verkündet, so versichert euch, ob ihr ihn auch, ja noch mehr, in eurem Herzen habt!“

Papst Franziskus fordert dazu auf, die Logik von Angst und Gewalt zu durchbrechen und appelliert zur Abrüstung. Die Botschaft des Evangeliums ist insgesamt eine Einladung zur Gewaltfreiheit und zum Stil einer neuen Politik für den Frieden.

In der Zunahme gewalttätiger Auseinandersetzungen führt die Waffenproduktion und deren Exporte zu einem Ritus der Gewalt, dem entschieden Einhalt geboten werden muss. In Deutschland haben sich besonders die katholischen Verbände, wie pax christi in Anlehnung an die Bergpredigt Jesu dafür eingesetzt: „Frieden schaffen ohne Waffen!“ Jede Gewalttat ist eine Verweigerung des Guten!

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden (Mt 5,9)“

Mit diesem Absatz aus der Bergpredigt und einer ausdrücklichen Ermutigung an die Teilnehmer der Aktionskonferenz schließt der Brief des Nuntius.


Aktion Aufschrei „Stoppt den Waffenhandel!“

Bruder Jürgen bei der Kundgebung in Frankfurt. Bild von Bruder Jürgen Neitzert.

Deutsche Waffen werden in Spannungsgebiete und kriegsführende Staaten, die Menschenrechte mit Füßen treten, geliefert. Rüstungsexporte bedrohen Stabilität, menschliche Sicherheit und tragen zur Friedensgefährdung bei. Sie beschleunigen den Teufelskreis aus Gewalt, Vertreibung und Tod.

In ihrer Stellungnahme verweist die Aktionskonferenz auf die Selbstverpflichtung der Bundesregierung, durch „Begrenzung und Kontrolle einen Beitrag zur Sicherung des Friedens, der Gewaltprävention, der Menschenrechte und einer nachhaltigen Entwicklung in der Welt zu leisten“, hin.

Mehr als drei Viertel der Bundesbürger sprechen sich grundsätzlich gegen einen Export von Waffen und anderen Rüstungsgütern aus. Jetzt ist die Zeit, ein solches grundsätzliches Verbot im Grundgesetz zu verankern.

Weitere Informationen zur Frankfurter Erklärung 2017 „Stoppt den Waffenhandel
unter www.aufschrei-waffenhandel.de


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